Bitte Wasser sparen

Nach monatelanger Trockenheit warnt der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen vor möglicher Wasserknappheit. Der Wasserbeschaffungsverband und die Stadt Bad Oeynhausen mit ihren Stadtwerken, die Stadt Löhne, die Gemeinde Hüllhorst und die Gemeinde Hille (Amt Hartum) bitten die Bürger daher, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen.

Insbesondere sollte das Trink-/Frisch-/Leitungswasser nicht für die Bewässerung von Gärten, Rasen und Pflanzen sowie das Befüllen von (Swimming-)Pool-Anlagen verwendet werden. (Speziell Gras soll sich nach längerer Trockenheit bei Regen auch wieder schnell erholen, eine Bewässerung damit unnötig sein.)

Die Wirtschaftsbetriebe Löhne haben einige Wasserspartips.

Bad Oeynhausen deckt zwei Drittel seines Wasserbedarfs durch Zukauf beim Wasserverband Am Wiehen – der Hochbehälter in Bergkirchen speist Bad Oeynhausen nördlich der Werre und Löhne –; ein Drittel durch Eigenförderung, besonders südlich der Werre mit den Brunnen in Rehme (durch niedrigen Grundwasserspiegel und durch Niedrigwasser der Weser derzeit eingeschränkt) und auf der Lohe. Der Gesamtwasserbedarf von Bad Oeynhausen beträgt im Jahr 2017 etwa 2,9 Millionen Kubikmeter – das sind 300.000 Kubikmeter mehr als bisher geplant. Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Bad Oeynhausen lag 2016 bei täglich 122 Litern pro Person, in Löhne bei 115 Litern – in Bad Oeynhausen gibt es also offensichtlich Einsparpotential.

Der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen will zwei weitere Brunnen in Hille in Betrieb nehmen, deren Wasser noch als belastet gilt und geprüft wird. In Hille betreibt er 21 Brunnen, um mit 4,465 Millionen Kubikmetern Wasser jährlich etwa 120.000 Menschen versorgen zu können.

Vom Wasserbeschaffungsverband Herford-West und den Stadtwerken Minden wird derzeit Wasser zugekauft. Ein weiterer Zukauf bei diesen Wasserverbänden werde geprüft, sei aber aus rechtlichen Gründen nur begrenzt möglich, es drohen sonst Ordnungszahlungen. Die Aufsichtsbehörden der Kreise Minden-Lübbecke und Herford sowie die Bezirksregierung Detmold, die das genehmigen muß, wurden informiert.

Durch den trockenen, niederschlagsarmen Winter und Frühling sind die Grundwasserstände niedrig. Dieses zeigt sich beispielsweise auch an den niedrigen Wasserpegeln der Flüsse wie der Weser, was auch die Uferfiltrat-Wasserförderung im Wasserwerk Rehme einschränkt. Die aktuell überdurchschnittlich hohen Temperaturen führen zu einem erhöhten Wasserverbrauch. So steige derzeit abends und nachts der Wasserverbrauch vergleichsweise stark an, was darauf hindeute, daß große Mengen Wasser zum Gießen und Bewässern verwendet würden.

Am vergangenen heißen Wochenende war der Wasserverbrauch 30 Prozent höher als üblich. Am Sonntag wurden statt üblicher 14.000 bis 14.500 Kubikmeter 17.800 Kubikmeter aus dem Hochbehälter Bergkirchen entnommen.

Sollte zu wenig Wasser gefördert werden können und damit der Druck in den Leitungen abfallen, kann es passieren, daß gar kein Wasser mehr beim Verbraucher ankommt.

Nachtrag 2017-05-31, 17:18 Uhr:

Nachtrag 2017-06-01:

Nachtrag 2017-06-02:

Die Wirtschaftsbetriebe Löhne verzichten auf Bewässerung von Sportanlagen, womit einige hundert Kubikmeter Wasser jede Nacht eingespart werden.

In Löhne verzichtet die Freiwillige Feuerwehr auf Übungen mit Trinkwasser.

Nachtrag 2017-06-03:

Seit den Aufrufen zum Trinkwassersparen am Mittwoch ist tatsächlich der Verbrauch leicht zurückgegangen. (Wobei sicherlich dazu beiträgt, daß es nicht mehr so heiß ist wie noch am vergangenen Wochenende.) Dennoch herrschen weiterhin Trockenheit und geringe Grundwasserspiegel, sodaß nur wenig Wasser in Hille durch den Wasserverband Am Wiehen gefördert werden kann und der Wasserstand im Hochbehälter Bergkirchen (für das nördliche Bad Oeynhausen, Löhne und Hüllhorst) weiter auf Rekordtiefstand ist.

Es wird mehr Wasser vom Wasserbeschaffungsverband Herford-West bezogen. Der Wasserverband Am Wiehen untersucht wie geplant zwei weitere Brunnen in Südhemmern (Hille) auf Keimbelastung, um sie reaktivieren zu können.

Die Stadtwerke Bad Oeynhausen bewässern derzeit keine öffentlichen Anlagen oder Sportplätze. Fahrzeuge der Stadtwerke werden nicht gewaschen, der Betrieb von Kehrmaschinen eingestellt, Standrohre zur Wasserentnahme nicht mehr ausgegeben.

Springbrunnen in der Stadt wie der Schweinebrunnen bleiben noch aktiv, da sie über einen eigenen Wasserkreislauf verfügen und nur wenig Frischwasserzufuhr benötigen. Das gilt ebenso für die Wasserspiele auf der Aqua Magica.

Im Kurpark werden die Pflanzen seit Dienstag nicht mehr gegossen. Mittelfontaine und Brunnen im Heckengarten werden mit Wasser aus der Werre versorgt, sodaß sie vom Trinkwassersparaufruf nicht betroffen sind. Die aus Trinkwasser gespeisten Fontainen vor dem Kurhaus würden abgeschaltet, sollte die kritische Trinkwassersituation noch länger anhalten.

Eigene Brunnen der Stadt Löhne sind verpachtet, bieten nicht die nötige Wasseraufbereitung zur Einspeisung ins Wassernetz und würden den Bedarf auch nicht decken.

  • Westfalen-Blatt Bad Oeynhausen: Kein Wasser für Kurparkblumen – Trinkwassersituation in Bad Oeynhausen bleibt angespannt – Stadtwerke reagieren; 2017-06-03
  • WDR: Lokalzeit OWL: Minden-Lübbecke warnt: Trinkwasser wird knapp; 2017-05-31 (verfügbar bis 2017-06-07)
  • Neue Westfälische Löhne: Bange Blicke auf den Wasserpegel – Versorgung: Über Pfingsten hoffen die Experten auf Entspannung. Zwei Brunnen neu in Betrieb; 2017-06-03 (nicht online)

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