Bundesverkehrswegeplan 2030: Kein Ausbau der Südbahnstrecke, Neubau der B61 in Dehme

Am Mittwoch, dem 16. März 2016 hat der Bundesverkehrsminister den Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgestellt.

Schienennetz

Auf den Ausbau der Südbahntrasse über Löhne, Bad Oeynhausen, Hameln, Elze für Güterverkehr mit zweitem Gleis und Elektrifizierung wird verzichtet (das wäre die zweite Baustufe des entsprechenden Projekts).

Stattdessen soll im vordringlichen Bedarf die Nordbahntrasse (Strecke Hannover – Bielefeld) als Engpaßbeseitigung ausgebaut und zwei der vier vorhandenen Gleise zwischen Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Löhne ertüchtigt werden für eine Maximalgeschwindigkeit von 180 km/h. Dafür gibt es aber noch keine Planung.

Straßennetz

Derzeit gebaut werden:

  • Vierspuriger Neubau der A30 zwischen Löhne und Bad Oeynhausen-Rehme (Nordumgehung) auf 9,5 Kilometern für 35,6 Millionen Euro.
  • Zweistreifiger Neubau der B611 von Vlotho-Exter bis Löhne-Wittel (A2 – L860) auf 5,2 Kilometern für 22 Millionen Euro.

Neue Vorhaben als weiterer Bedarf mit Planungsrecht:

  • Zweispuriger Neubau der Dehmer Straße / B61 in Bad Oeynhausen-Dehme (Vorm Berg) auf 3,8 Kilometern für 13,4 Millionen Euro (noch ohne Planungsbeginn).
  • Erneuerung der Weserbrücke der B482 in Porta Westfalica von der A2 mit Erweiterung auf vier Fahrspuren auf 4,7 Kilometern für 16 Millionen Euro (noch ohne Planungsbeginn).

Neue Vorhaben als weiterer Bedarf:

  • Erweiterung der B482 auf drei Fahrspuren in Porta Westfalica (L780 – L764) auf 1,3 Kilometern für 24,3 Millionen Euro (noch ohne Planungsbeginn).

Entfallen ist der achtspurige Ausbau der A2 (derzeit sechs Fahrspuren).

Bewertung

In Bad Oeynhausen und anderen Städten an der Trasse war der angedachte Ausbau der Südbahnstrecke unerwünscht und hatte zu umfangreichen Protesten geführt. Dementsprechend ist man froh, daß die Südbahn nicht für Güterverkehr ausgebaut wird. Bei der Nordbahnstrecke muß man die Planung abwarten.

Andererseits ist man überrascht und verärgert, daß die B61 in Dehme – zwischen Dehmer Spange und Weserauentunnel in Porta Westfalica – aus- bzw. neugebaut werden soll. Eine weitere Verkehrsbelastung dort nach Fertigstellung der Nordumgehung wird von Politik und Bürgern in Bad Oeynhausen abgelehnt.

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 ist noch ein Entwurf. Das Bundesministerium für Verkehr nimmt vom 21. März bis 2. Mai Stellungnahmen in einer Öffentlichkeitsbeteiligung entgegen. Er wird danach überarbeitet und dann wird über ihn im Bundestag abgestimmt.

Daß Projekte im langfristigen, alle 15 Jahre bearbeiteten Bundesverkehrswegeplan auftauchen, heißt noch nicht, daß sie auch umgesetzt werden. Denn viele müssen erst noch geplant und finanziert werden. Konkrete Projekte werden erst mit Beschluß entsprechender Gesetze auf den Weg gebracht, vielleicht gegen Ende des Jahres 2016.

Nachtrag vom 2016-03-18:

Offensichtlich wurde der Neubau der B61, östlich der bisherigen Strecke, von Dehmer Spange bis Weserauentunnel in Porta Westfalica, auf Drängen der der Industrie- und Handelskammer (IHK) in den Bundesverkehrswegeplan eingebracht. Er soll auf Planungen des Landesbetriebs Straßen NRW aus dem Jahr 2013 basieren.

  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen Nr. 66/2016:
    Dehmer Straße erhitzt die Gemüter
    – Bundesverkehrswegeplan: Die Bundestagsabgeordneten Schwartze (SPD) und Ostermann (CDU) wollen sich dafür stark machen, den Ausbau der B61 in den Planungen des Bundesverkehrsministers wieder zu streichen; 2016-03-18
  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen Nr. 66/2016:
    Rätselraten um die Nordbahnpläne (Artikel nicht online)
    – Verkehrsplanung: Noch scheint nicht abschließend geklärt zu sein, ob die Bahnstrecke nach Hannover durchgehend viergleisig werden soll. Verwaltung und Politik sind erleichtert, dass die Ausbaupläne für die Südbahn vom Tisch sind; 2016-03-18
  • SPD Bad Oeynhausen:
    Licht und Schatten im Bundesverkehrswegeplan für Bad Oeynhausen;
    2016-03-18
  • Westfalen-Blatt Bad Oeynhausener Zeitung Nr. 66/2016:
    Widerstand nimmt Form an (Artikel nicht online)
    – Bundesverkehrswegeplan: breite Ablehnung zum B 61-Ausbau – Unklarheit zur Nordbahn; 2016-03-18
  • Westfalen-Blatt Bad Oeynhausener Zeitung Nr. 66/2016:
    »Der Minister besitzt keine Ortskenntnisse« (Artikel nicht online)
    – Absage für Südbahn-Pläne – B 61-Ausbau: Chefs der Ratsfraktionen beziehen mit klaren Worten Position; 2016-03-18
  • Westfalen-Blatt Bad Oeynhausener Zeitung Nr. 66/2016:
    Freude bei der IHK (Artikel nicht online)
    – B 61: Bedarf vordringlich; 2016-03-18

Bad Oeynhausen nicht auf Liste »Deutschlands größter Stau-Fallen«

Spiegel Online titelt heute »Verkehrsstudie: Deutschlands größte Stau-Fallen«. Das auf Verkehrsdatenanalyse spezialisierte Unternehmen Inrix hat berechnet, wie lange im Jahr 2015 Autofahrer in deutschen Städten im Stau standen.

So oft sich Auswärtige und Einheimische über die Verkehrssituation in Bad Oeynhausen beschweren, besonders über Staus auf der »Stadtautobahn« Kanalstraße/Mindener Straße (B61) zwischen A30 und A2 – da dürfte man doch Bad Oeynhausen in einer Auflistung als »Stau-Falle« erwarten?

Dem ist aber nicht so. Die Städte mit den langandauerndsten Staus waren 2015 laut Inrix:

PlatzStadtStau-Stunden
1Stuttgart73
2Köln71
3Karlsruhe54
4München53
5Düsseldorf50
6Hamburg45
7Nürnberg39
8Bonn38
9Saarbrücken35
10Ruhrgebiet35

Und auch bei den verkehrsreichsten Straßen kamen weder A2, A30 noch B61 vor, sondern etwa die B2R in München, A1 in Köln, A46 und B224 im Ruhrgebiet, B27 und B10 in Stuttgart.

Also alles in Ordnung, ist das mit den Staus in Bad Oeynhausen gar nicht so schlimm? Das kann anhand dieser Inrix-Studie gar nicht gesagt werden, denn es wurden dort nur 22 Ballungsräume in Deutschland untersucht.

Im Jahr 2009 befuhren die A2 in Ostwestfalen 99000 Fahrzeuge pro Tag. In Bad Oeynhausen wurden auf der Mindener Straße in einer Verkehrszählung im Jahr 2011 immerhin 41000 Fahrzeuge am Tag gezählt, mit Erreichen der Kapazitätsgrenze von 3500 Kraftfahrzeugen pro Stunde von morgens bis abends. Vielleicht hätte es Bad Oeynhausen ja doch in die Top Ten geschafft, wenn die Daten nicht nur für Ballungsräume ausgewertet würden? Aber auch so ist man ja durch die Staumeldungen medial präsent, bis irgendwann in mehr oder weniger ferner Zukunft die Nordumgehung fertiggestellt sein wird.

Freitag ist Grundschule Rehme-Oberbecksen wegen Heizungsdefekt geschlossen

Seit Donnerstagmittag, dem 21. Januar 2016 und auch am Freitag, dem 22. Januar ist die Grundschule Rehme-Oberbecksen geschlossen. Grund ist eine defekte Heizungsanlage, die bereits repariert wird.

Für die Kinderbetreuung hat die Grundschule in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde eine Notgruppe im Gemeindehaus eingerichtet. betroffene Eltern können sich telefonisch an die Schule wenden.

Am Freitag wird sich im Laufe des Tages zeigen, ob der Unterricht am Montag, dem 25. Januar wie gewohnt stattfinden kann. Man möge sich darüber auf der Website der Grundschule Rehme-Oberbecksen zu informieren.

Stromausfall in Gütersloher Rechenzentrum sorgt für zahlreiche Ausfälle bei Telefon, Internetzugang und großer Websites

Am Samstagmorgen, dem 21. November 2015 meldeten zahlreiche Internetnutzer – besonders aus Ostwestfalen, Münsterland und dem Ruhrgebiet – Störungen ihrer Telefonie (Mobilfunk und Festnetz) und Internetzugänge (Mobilfunk und Festnetz/DSL) bei O2 und Resellern oder Marken wie 1&1, E-Plus oder Fonic.

Weiterhin waren zahlreiche deutschsprachige Websites weltweit nicht erreichbar, zum Beispiel von großen Medien wie Spiegel Online, Focus Online, blick.ch, wetter.com, Maxdome, fussball.de, tv-spielfilm.de, und viele mehr.

Ostwestfälische Telekommunikationsinfrastrukturapokalypse

Gegen Mittag wurde bekannt, daß ein Stromausfall in einem Rechenzentrum in Gütersloh Ursache für die Ausfälle war. Bei dem Stromausfall, wohl nach Wartung der Unterbrechungsfreien Stromversorgung, wurde ein Switch für die Internetanbindung nach Außen beschädigt (ein Lichtwellen-Multiplexer (LWL-Multiplexer)) und mußte ausgetauscht werden, woran noch bis in den Samstagabend gearbeitet wurde. Gleichzeitig wurden viele Websites in andere Rechenzentren umgezogen bzw. über eine andere Internetanbindung verfügbar gemacht, womit sie am Nachmittag wieder erreichbar waren.

Bei dem Rechenzentrum handelt es sich um eines der größten in Europa, welches in den 1990ern von Mediaways aufgebaut wurde. Mediaways gehörte zu Bertelsmann, schon damals wurden dort viele Online-Medien gehostet. Im Jahr 2001 wurde Mediaways an Telefonica verkauft – O2 und E-Plus gehören zu Telefonica. Das Hosting-Geschäft der Telefonica Germany Online Services GmbH (TOS) und damit das Rechenzentrum wurde 2013 von Host Europe übernommen (Marke Plusserver). Betrieben wird das Rechenzentrum von der zu Bertelsmann gehörigen Arvato Systems.

Der O2-Reseller Easybell berichtete auf seiner Störungswebsite und auf Twitter, daß ein beschädigtes Glasfaserkabel zwischen Bielefeld und Düsseldorf für die Ausfälle in den Postleitzahlbereichen 3, 4 und 5 verantwortlich sei. Laut O2 auf ihrer Facebookseite war für die Ausfälle bei O2 der Stromausfall und Schaden im Rechenzentrum Gütersloh Ursache.

Medienberichte

Nachtrag vom 2015-11-24: Spiegel Online berichtet über seinen Ausfall:

Bei teltarif.de gibt es Hintergründe zum Ausfall:

Die Neue Westfälische Gütersloh hat einen Artikel nachgeschoben:

Auch Freifunk Gütersloh hat einen Teil seiner Infrastruktur in dem Rechenzentrum und war vom Ausfall betroffen:

Internet-Breitbandausbau in Bad Oeynhausen

Vorwahl 05731: VDSL mit Vectoring der Deutschen Telekom ab 9. November

Ein halbes Jahr lang hat die Deutsche Telekom 129 Kabelverzweiger (von 188 insgesamt) im Telefonvorwahlbereich 05731 in Bad Oeynhausen und Löhne zu Outdoor-DSLAMs aufgerüstet und 80 Kilometer Glasfaster zwischen diesen Multifunktionsgehäusen und den Vermittlungsstellen gelegt.

Damit wird VDSL realisiert: Anstatt einer langen Kupferleitung aus der Vermittlungsstelle über den Kabelverzweiger über die Teilnehmeranschlußleitung zum Hausanschluß verkürzt sich das dämpfungsanfällige Kupferkabel auf die Strecke zwischen Outdoor-DSLAM (ehemaligem Kabelverzweiger) und Hausanschluß. Damit wird die Internetgeschwindigkeit erhöht.

Außerdem wird das Vectoring-Verfahren verwendet, welches Störungen auf den Leitungsbündeln vermindert. Das funktioniert aber nur für kurze Entfernungen (einige hundert Meter) zwischen Outdoor-DSLAM und Hausanschluß.

Deshalb werden sicher nicht alle Interessierten die in der Werbung versprochenen Geschwindigkeiten von 50 oder gar 100 Megabit pro Sekunde erreichen können. Auch ist es für Vectoring notwendig, daß alle Leitungen eines Bündels von genau einem Telekommunikationsanbieter geschaltet werden. Konkurrenzunternehmen der Telekom müssen somit einen Bitstromzugang bei der Telekom mieten.

Der Testbetrieb wurde nun beendet. Ab Montag, dem 9. November 2015 können die erhöhten Internetgeschwindigkeiten durch VDSL und Vectoring genutzt werden – wenn ein entsprechender Vertrag abgeschlossen wurde.

Auch die Verfügbarkeitsprüfung der Telekom, wo man sehen kann, welche Geschwindigkeiten und Verträge an seiner Anschrift ungefähr möglich sind, wurde nun aktualisiert: Verfügbarkeitsprüfung der Deutschen Telekom.

Erfahrungsgemäß erhält man an der Telefonhotline der Telekom, im Ladengeschäft und auch auf der Website immer wieder unterschiedliche Angaben. Hier sollte man mehrfach nachfragen und sich Angaben wenn möglich schriftlich geben lassen.

Ist man Kunde bei einem Konkurrenten der Deutschen Telekom, sollte man bei ihm nachfragen, ob sich auch dort die Internetgeschwindigkeit mittels VDSL und womöglich auch Vectoring (Bitstromzugang) jetzt nach dem Ausbau erhöhen läßt.

Bitte auch beachten, daß die Deutsche Telekom Telefonanschlüsse mit ISDN und analog abschafft und man mit einem Vertragswechsel auf Voice over IP umgestellt wird (was spätestens 2018 sowieso geschehen wird).

Sollte man trotz des VDSL-Ausbaus immer noch zu geringe Bandbreite an seinem Anschluß haben, könnte man einen Hybrid-Vertrag der Telekom nutzen, in dem sie mit geringem Aufpreis für die Hardware (Zugangsrouter) die Unterstützung des kabelgebundenen Internetzugangs per LTE-Funk anbietet.

Ausführliche Informationen auch im Blogeintrag über die Infoveranstaltung vom 11. Mai.

Vorwahl 05734: Ausbau erfolgt, nutzbar im ersten Quartal 2016

Auch im Telefonvorwahlbereich 05734 in Volmerdingsen und Wulferdingsen baut die Deutsche Telekom 19 Kabelverzweiger zu Outdoor-DSLAMs aus und verlegt 21 Kilometer Glasfaser von der Vermittlungsstelle zu den Multifunktionsgehäusen, um auch dort VDSL und Vectoring für Downloadgeschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s zu realisieren.

Die Arbeiten haben im August 2015 begonnen. Etwa 2800 Haushalte sollen im ersten Quartal 2016 versorgt werden. Das berichteten die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt am 19. August 2015 (Artikel nicht online).

Aktion des Kabelanbieters UnityMedia

Unterdessen gab es eine Aktion des Kabelnetzanbieters UnityMedia, bei der er einen Teil der Kosten übernimmt, wenn ein Haus an ein bereits in der Straße liegendes TV-Koaxialkabel angeschlossen werden soll, womit Internetgeschwindigkeiten bis zu 200 MBit/s erreicht werden können sollen.

Pressemitteilung von UnityMedia (PDF) vom 2015-10-22.

Freifunk Bad Oeynhausen

Wer nun an seinem Internetanschluß viel höhere Geschwindigkeiten erreicht, mag jetzt vielleicht einen Teil davon für Gäste, Besucher, Passanten mittels Freifunk-Router einfach, günstig und rechtlich problemlos zur Verfügung stellen.

Bei wem der VDSL+Vectoring-Ausbau keine Auswirkungen hatte, kann möglicherweise mit Richtfunktechnik, wie sie auch bei Freifunk verwendet wird, bei Leuten mit schnellem Internet etwas Bandbreite in Anspruch nehmen, wenn man es schafft, entsprechende Richtfunkstrecken aufzubauen.

Mehr Informationen zu Freifunk auf www.freifunk-badoeynhausen.de.


Nachtrag vom 2015-11-10: Die Neue Westfälische berichtet über den Start des VDSL+Vectoring-Betriebs der Deutschen Telekom. Leider wird nicht darauf hingewiesen, daß die beworbenen hohen Geschwindigkeiten eher theoretische Werte sind und für viele Nutzer deutlich geringer ausfallen werden.

  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen:
    Ab sofort viel schneller ins Internet
    – Ausbau beendet: Telekom hat 80 Kilometer Glasfaser verlegt und 129 Multifunktionsgehäuse neu aufgestellt; 2015-11-10

Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme

Nachdem die Stadt Bad Oeynhausen am Dienstag von der Bezirksregierung Detmold aufgefordert wurde, kurzfristig eine Notunterkunft für die Erstaufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden aufzubauen, wurde am Donnerstag das Bürgerhaus Rehme dafür ausgewählt. Die ersten 150 Flüchtlinge werden am Dienstag, dem 11. August 2015 erwartet.

Die außerdem zur Auswahl stehenden Sporthallen im Schulzentrum Nord oder Süd sind nicht geeignet, da sie nach Ferienende in der nächsten Woche für den Schulsport benötigt werden, außerdem ist ihre Lage mitten auf den Schulgeländen aus Sicherheitsgründen sehr schlecht geeignet.

Da das Bürgerhaus Rehme noch bis Jahresende an Partyservice Franz verpachtet ist, wird mit ihm über eine Ablöse und eine Ausweichörtlichkeit verhandelt.

Im Bürgerhaus Rehme werden am Samstag von ehrenamtlichen Helfern der Johanniter Unfall-Hilfe und der Freiwilligen Feuerwehr Stockbetten für 150 Personen im großen und kleinen Saal aufgebaut. Die Schlafplätze können für weitere 50 Personen ausgebaut werden.

Um für 150 bis 200 Personen samt Betreuung genug sanitäre Einrichtungen – Toiletten und Duschen – zu haben, werden die des Hallenbads Rehme mitgenutzt. Hier soll ein Weg gefunden werden, damit das Hallenbad weiterhin zum Schul- und Vereinssport genutzt werden kann.

Die Johanniter Unfall-Hilfe wird die Flüchtlinge betreuuen. Außerdem wird ein Sicherheitsdienst eingesetzt.

Der Parkplatz hinter dem Bürgerhaus wird als Lagerplatz, für Zelte, Container und An- und Abreise der Flüchtlinge per Bus sowie Fahrzeuge der Hilfskräfte genutzt.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Rehme hat angeboten, Räume des Martin-Luther-Hofes gegenüber des Bürgerhauses zur Verfügung zu stellen. Dort soll die Verpflegung der Flüchtlinge und Essensausgabe durch die Diakonische Stiftung Wittekindshof stattfinden. Auch Kinder sollen dort betreut werden.

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat sich bereiterklärt, täglich für 30 Personen die für Flüchtlinge bei Erstaufnahme verpflichtenden Röntgenuntersuchungen durchzuführen.

Informationsveranstaltung am Samstagmorgen

Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann hat sich in einem Brief an die Anwohner gewendet. Die Stadt bietet am Samstag, den 8. August 2015 um 9:30 Uhr eine Informationsveranstaltung im Martin-Luther-Hof in Rehme.

Kosten und Zahlen

Ein Großteil der Kosten wird vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen, da die Erstaufnahme eigentlich eine Aufgabe des Landes ist – dessen Notunterkünfte jedoch überfüllt sind, weswegen nun auch kleinere Städte wie Bad Oeynhausen aushelfen müssen.

Derzeit wohnen bereits 411 Asylsuchende in Bad Oeynhausen, 150 wurden im Jahr 2015 der Stadt neu zugewiesen. Da Bad Oeynhausen eine Notunterkunft für die Erstaufnahme stellen wird, werden die meisten Flüchtlinge aus ihr nach maximal drei Tagen Erstaufnahmeaufenthalt auf andere Kommunen verteilt werden, wo sie bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag wohnen werden.

Ehrenamtliche Hilfe und Spenden

Wer ehrenamtlich bei der Betreuung der Flüchtlinge helfenoder etwas spendenmöchte, findet E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie ein PDF-Formular zum Ausfüllen und Ausdrucken/Einsenden/Abgeben in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Oeynhausen.

Gesucht werden zum Beispiel Übersetzer, Betreuer, Fahrer, Handwerker.

An Sachspenden werden noch benötigt: Bekleidung und Schuhe für Säuglinge, Kinder und Erwachsene; Spielzeug; Koffer und Reisetaschen.

Bisher haben sehr viele Einwohner Bad Oeynhausens Hilfsangebote gemacht.


Notunterkunft für Flüchtlinge in Bad Oeynhausen

Nachdem schon größere Städte in der Umgebung wie Herford seit Herbst 2014 und Minden seit Ende Juli 2015 Notunterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende betreiben, ist am Dienstag auch Bad Oeynhausen von der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl der Bezirksregierung Detmold aufgefordert worden, kurzfristig Notunterkünfte bereitzustellen – wie auch Bünde, Lemgo und Rheda-Wiedenbrück.

150 bis 200 Flüchtlinge werden in der nächsten Woche in Bad Oeynhausen erwartet. Sie werden jeweils nur für kurze Zeit – höchstens zwei Tage – in der Notunterkunft untergebracht; nach ihrer Registrierung in der Notunterkunft sollen sie in dauerhaften Einrichtungen an anderen Orten bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag wohnen.

Am Mittwoch tagte ein »Stab für außergewöhnliche Aufgaben«, um einen passenden Ort für die Notunterkunft zu finden: Zur Auswahl stehen die Turnhallen der Schulzentren Nord und Süd sowie das Bürgerhaus Rehme. Da in der nächsten Woche die Sommerferien enden und die Sporthallen für den Schulsport benötigt werden, ist eine Unterbringung im Bürgerhaus Rehme wahrscheinlich, dort muß allerdings noch eine Einigung mit dem Pächter erzielt werden. Das soll am Donnerstagmorgen entschieden werden.

Außerdem stellen sich weitere große organisatorische Herausforderungen, etwa die Anschaffung von Betten, Bettzeug und Hygieneartikeln. Es muß geplant werden, wer sich um die Flüchtlinge und Asylsuchenden kümmert – da kommen zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter Unfallhilfe in Frage, die auch im Krisenstab beteiligt sind. Die Verpflegung soll von der Diakonischen Stiftung Wittekindshof übernommen werden.

Die Stadt plant eine Informationsveranstaltung für Bürger.

Derzeit wohnen bereits 411 Asylsuchende in Bad Oeynhausen, 150 wurden im Jahr 2015 der Stadt neu zugewiesen.

Wer bei der Versorgung von Flüchtlingen ehrenamtlich mithelfen möchte, kann sich zum Beispiel auf www.team-westfalen.de des Landesverbands Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes registrieren. Auch die Stadt Bad Oeynhausen nennt Ansprechpartner in ihrer Pressemitteilung.


Einen Hintergrundbericht zur Herkunft der Flüchtlinge hat die Neue Westfälische:

  • Neue Westfälische: Flucht per Zug nach NRW – Woher und auf welchen Wegen Flüchtlinge ins Bundesland kommen – und warum einige freiwillig wieder umkehren; 2015-08-05

Nachtrag vom 2015-08-06: Mehr Informationen; Pressemitteilung der Stadt, Artikel des Westfalen-Blattes und Hintergrundbericht der Neuen Westfälischen verlinkt.

Stand des Internet-Breitbandausbaus in Bad Oeynhausen – Infoveranstaltung vom 11. Mai

Am Montag, dem 11. Mai 2015 informierten die Stadt und die Deutsche Telekom über den Breitbandausbau für das Internet in Bad Oeynhausen.

Von der Stadt waren Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann, Wirtschaftsförderer Patrick Zahn und Mitarbeiterin Frau Baumeister, sowie Jan-Martin Müller aus der Stadt- und Verkehrsplanung anwesend. Von der Deutsche Telekom GmbH Herr Ingenhaag, Herr Karneth von der Technik und Frau Köhler.

Trotz bestem Wetters war das Rehmer Bürgerhaus von 18 bis 20 Uhr gut gefüllt – die Veranstalter sprachen von 140 Personen –, was die Wichtigkeit des Themas und den Leidensdruck zeigt.

Wie wichtig das Internet im Alltag der Bürger, privat wie beruflich, im Laufe der Jahre geworden ist, betonte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann in seiner Auftaktrede. Die Frage nach Breitbandverfügbarkeit sei die am häufigsten gestellte. Zusammen mit der Wirtschaftsförderung bemühe sich der Bürgermeister, die Verwaltung und auch die Politik seit Jahren um die Verbesserung der Breitbandversorgung. Dazu gab es zahlreiche Gespräche und Untersuchungen von Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Wirtschaftsförderer Patrick Zahn, der sich mit seinen Mitarbeiterinnen sehr um den Breitbandausbau gekümmert hat, gab danach einen Überblick über die bisherige Situation in Bad Oeynhausen. So wurden Karten mit der ungefähren Versorgung gezeigt: Für Download-Geschwindigkeiten von zwei Megabit/s ist die Versorgung mit 95 Prozent der Haushalten gut, es gibt nur wenige Lücken. Bei sechs Mbit/s zeigen sich große Lücken, besonders im Norden. Und bei 16 Mbit/s ist die Versorgung nur in der Mitte der Stadt ordentlich. Lücken zeigten sich immer wieder besonders in Rehme. Auch die Versorgung der Gewerbegebiete mit hohen Bandbreiten sei für die Unternehmen wichtig.

Im Anschluß wollte Herr Ingenhaag von der Deutschen Telekom eigentlich mit Hilfe einer Präsentation eine Übersicht über die verwendete Technik, den Ausbaustand und einige Statistiken geben, ging aber schnell aufgrund der vielen Fragen aus dem Publikum zusammen mit Herrn Karneth von der Technik zur Beantwortung dieser Fragen über.

Bisheriger Stand

Bisher liegen Kupferkabel von den Betriebsstellen – Hauptverteilern/Vermittlungsstellen wie an der Dr.-Neuhäußer-Straße, Anne-Frank-Straße, Schwarzer Weg, Weberstraße, Wasserriede – bis zu den Kabelverzweigern, den größeren grauen Kästen am Straßenrand, und von den Kabelverzweigern (KVz) als Teilnehmeranschlußleitung (TAL, »Letzte Meile«) bis zu den Haushalten.

Diese Kupferkabel sind zum Teil 50 Jahre alt, gut für die Sprachtelefonie, aber schlecht geeignet für die Datenübertragung. Das DSL-Signal kommt bisher aus den Betriebsstellen über die langen Kupferkabelwege in die Häuser.

Was passieren wird

Für den Breitbandausbau im Vorwahlbereich 05731 werden die Kabelverzweiger mit aktiver Technik ausgerüstet. Dafür werden sie mit Multifunktionsgehäusen überbaut (sie werden zu Outdoor-DSLAMs – noch größeren grauen Kästen). Die Kabelverzweiger werden über Glasfaser an die Betriebsstellen angebunden, pro Kabelverzweiger mit einem Gigabit/s. So rückt die Technik näher an die Haushalte, die Kupferkabellängen werden kürzer, die Signale werden weniger gedämpft. Das ist VDSL.

Mittels Vectoring können Störsignale (Übersprechen) auf den Leitungsbündeln vermindert werden. Für diese Behebung von Störsignalen ist es jedoch notwendig, daß das gesamte Leitungsbündel von genau einem Anbieter betrieben wird. Dieses ist ein Punkt, warum Konkurrenten der Deutschen Telekom gegen das Vectoring protestieren. Andererseits betont die Telekom, daß ihr Netz diskriminierungsfrei sei und Mitbewerber sich einen Bitstromzugang mieten könnten – so wie sie in der Regel auch die Teilnehmeranschlußleitung (»Letzte Meile«) von der Deutschen Telekom mieten.

Im Vorwahlbereich 05731, der einen großen Teil Bad Oeynhausens und auch einen Teil Löhnes umfaßt, stehen 188 Kabelverzweiger, von denen 129 mit aktiver Technik betrieben bzw. aufgerüstet werden. Es sind 24 Kilometer Tiefbau notwendig, um 80 Kilometer Glasfaser zu verlegen. Mit der Aufrüstung werden 25700 Haushalte erreicht.

Es werden nur bestehende Kabelverzweiger-Standorte ausgebaut, es kommen keine neuen hinzu. In den Schaltschränken werden mehr Ports als notwendig zur Verfügung stehen, man baue zukunftsfähig aus. Es werde nicht passieren, daß Anwohner keinen Anschluß bekämen, weil es keine freien Ports mehr gäbe.

Der aktuelle Stand

Die reinen Tiefbauarbeiten – 14 Kilometer – sind im südlichen Teil bereits abgeschlossen, es wurden Leerrohre zu den Kabelverzweigern bzw. den derzeit noch nicht mit Technik bestückten Multifunktionsgehäusen gelegt. Im nördlichen Teil ist das für zehn Kilometer noch zu erledigen.

Dann wird die Glasfaser in die Leerrohre gezogen, womit jetzt im südlichen Bereich begonnen wird.

Ab August kommt die Technik in die Kabelverzweiger. Man geht davon aus, daß ein Trupp einen Kabelverzweiger pro Tag umrüsten kann. Wahrscheinlich werden mehrere eingesetzt.

Zukünftige Geschwindigkeiten, Kosten und Verträge

Konkrete Aussagen zu möglichen Geschwindigkeiten an Hausanschlüssen können erst nach dem Testbetrieb im November 2015 von der Deutschen Telekom gegeben werden. Bei 600 Meter Kupferkabellänge der Teilnehmeranschlußleitung könnte man noch von 50 bis 100 Mbit/s erhalten.

Nach dem Ausbau muß sich jeder Kunde ab Dezember 2015 um die Umstellung seines Vertrags kümmern, also selbst aktiv werden. Informiert werden wird über die Tagespresse; es wird auch eine weitere Informationsveranstaltung geben.

Bei Wechsel von einem anderen Provider zur Deutschen Telekom nicht beim bisherigen kündigen, sondern den Wechsel zur Deutschen Telekom bei der Telekom beauftragen. Vertragslaufzeiten beim anderen Provider beachten.

Man darf auch gerne die Konkurrenz der Deutschen Telekom auf den Breitbandausbau in Bad Oeynhausen hinweisen und zu deren Plänen für neue Verträge und Nutzung der verbesserten Bandbreiten fragen.

Für Privathaushalte gibt es von der Deutschen Telekom drei Tarife »Magenta Zuhause« mit bis zu 16 (»S«), von 16 bis 50 (»M«), sowie von 50 bis zu 100 Mbit/s (»L«). Jeweils mit 24 Monaten Laufzeit. Es sind »Entertain«-Pakete für Fernsehen hinzubuchbar. Die ersten zwölf Monate spart man jeweils fünf Euro.

Tarifnamebis zu Mbit/s Downloadbis zu Mbit/s UploadPreis/Monat
Magenta S Zuhause162,434,95 €
Magenta M Zuhause501039,95 €
Magenta L Zuhause1004044,95 €

Alternativen für zu geringe Bandbreiten nach Ausbau

Auch nach dem Ausbau können immer noch zu geringe Geschwindigkeiten (einstellige Mbit/s für den Download) aufgrund zu langer oder zu schlechter Kupferkabel an der Teilnehmeranschlußleitung (»Letzte Meile«) erreicht werden. (Und Wohngebiete gelten bereits mit sechs Megabit/s als versorgt! Ein weiterer Ausbau ist dann erstmal nicht zu erwarten.)

Die Deutsche Telekom bietet ein Hybrid-Produkt, welches das kabelgebundene DSL mit der Zuschaltung der Datenübertragung im Mobilfunknetz (LTE) kombiniert.

Das hängt von der Verfügbarkeit des LTE-Funknetzes ab. Außerdem die Geschwindigkeit von der Anzahl der LTE-Nutzer in der jeweiligen Funkzelle und deren Datennutzung (Shared Medium).

Was positiv an den Magenta-Zuhause-Hybrid-Tarifen auffällt: Obwohl zusätzlich der »Datenturbo« mittels LTE enthalten ist, kosten die Tarife gleich viel wie ihre Nicht-Hybrid-Äquivalente. Außerdem ist das Datenvolumen unbegrenzt, nicht wie bei normalen Mobilfunkverträgen auf wenige Gigabyte begrenzt.

Übrigens: Nach der Informationsveranstaltung wurde mir von Nutzern solcher LTE-Hybridprodukte berichtet, daß diese durchaus ihre Macken haben: Die Funkverbindung sei nicht immer stabil, versprochene hohe Geschwindigkeiten würden selten erreicht und die Hardware-Router seien fehleranfällig und nur eingeschränkt konfigurierbar.

Noch nichts Neues für Vorwahl 05734 – Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen

Für den Anschlußbereich 05734 – Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen – bemüht man sich weiterhin um einen Ausbau, es darf dazu aber noch nichts gesagt werden. Kommt es zu einem Breitbandausbau, könnte der im ersten Quartal 2016 starten.

Kein Ausbau bei direkter Versorgung durch Betriebsstellen, ohne Kabelverzweiger

In der Mitte der Stadt gibt es Bereiche, die direkt aus den Betriebsstellen (Hauptverteilern/Vermittlungsstellen) versorgt werden, nicht über einen Kabelverzweiger. Dort darf die Telekom nicht ausbauen. Man bemüht sich aber um regulatorische Ausnahmen.

Gewerbegebiete

Es wird ein Förderprogramm (des Landes NRW) für Gewerbegebiete geben, um dort 50 Mbit/s zu erreichen.

Konkrete Fragen wurden zum Ausbau in den Gewerbegebieten in Rehme und Eidinghausen gestellt. In Eidinghausen wird es einen Outdoor-DSLAM hinter dem Schloß geben, einen weiteren aus südöstlicher Richtung. Eidinghausen wird insgesamt gut versorgt sein.

Bei Geschäftskunden gibt es auch die Möglichkeit, Glasfaser direkt bis ins Gebäude legen zu lassen (FTTH, FTTB) – mit entsprechenden Kosten.

Vollständige Umstellung des Netzes auf IP bis 2018

Das gesamte Netz der Deutschen Telekom wird bis 2018 auf IP umgestellt. Dann wird ISDN oder ein Analoganschluß nicht mehr angeboten, schon jetzt gibt es die nicht mehr in Neuverträgen. Telefonie wird über das IP-Netz (VoIP) stattfinden – auch wenn man nur telefoniert und ansonsten nicht das Internet nutzt. Es wird dann ein neues Netzabschlußgerät wie ein Router benötigt.

Ein bestehender Analog- oder ISDN-Anschluß sollte schnellstmöglich auf IP umgestellt werden, erst so sind die neuen VDSL-Geschwindigkeiten möglich. Nicht bis 2018 warten.

Sonstiges

Aus dem Publikum kam eine Frage nach oberirdischen Kabeln. Diese seien kein Problem, wegen ihres größeren Querschnitts von 0,6 Millimetern gegenüber 0,4 Millimetern bei unterirdisch verlegten aufgrund weniger Dämpfung sogar besser geeignet.

Das Backbone-Netz der Deutschen Telekom hat Terabit/s-Kapazität.

Im Publikum saß jemand aus dem Norden Bad Oeynhausens, der sich mit sagenhaften 384 kbit/s begnügen muß.

Laut Herrn Müller von der Stadt- und Verkehrsplanung gab es bisher keine Beschwerden über die Tiefbauarbeiten.

Auch die Neue Westfälische hat einen kurzen Artikel zur Informationsveranstaltung mit einem Foto: Schnelles Internet für 25.000 Haushalte der Stadt (2015-05-12).

In eigener Sache: Da ich nach dem Breitbandausbau wegen eines zu langen und zu schlechten Kupferkabels als Teilnehmeranschlußleitung immer noch zu geringe Geschwindigkeiten haben werde, bin ich für Alternativen offen. Hierzu würde ich zur Koordination und Kommunikation eine eigene Website, Mailingliste, usw. aufsetzen, sofern Interesse besteht – schicken Sie mir eine Nachricht.

Informationsveranstaltung zum Internetausbau am 11.5., 18 Uhr, Bürgerhaus Rehme

Wie bereits berichtet baut die Deutsche Telekom derzeit die Infrastruktur im Süden Bad Oeynhausens im Vorwahlbereich 05731 aus, um mehr Bürgern schnelleres Breitband-Internet zu ermöglichen. Dieses geht auf das Bemühen der Wirtschaftsförderung zurück.

Zum Breitbandausbau findet am Montag, dem 11. Mai 2015 um 18 Uhr im Bürgerhaus Rehme, Hermann-Löns-Straße 28, eine Informationsveranstaltung der Stadt und der Deutschen Telekom statt.

Glasfaserleitungen, Kabelverzweiger und Outdoor-DSLAMs

Insgesamt sollen etwa 80 Kilometer Glasfaserkabel zwischen den Hauptverteilern/Vermittlungsstellen (zum Beispiel an Dr.-Neuhäußer-Straße und Anne-Frank-Straße) und den Kabelverzweigern verlegt werden – Fiber to the Curb (FTTC).

Viele Kabelverzweiger wurden bereits zu Outdoor-DSLAMs aufgerüstet. Insgesamt sollen es 107 werden, die ausgetauscht oder neu aufgebaut werden. Diese Arbeiten waren in den vergangenen Wochen im Straßenbild durchaus sichtbar.

Lücken im Ausbau und gar kein Ausbau im Norden

Allerdings werden selbst im Vorwahlbereich 05731 nicht alle Kabelverzweiger erschlossen.

Und so einige Einwohner, die zwar an mit Glasfaser erschlossenen und zu Outdoor-DSLAM aufgerüsteten Kabelverzweigern angeschlossenen sind, werden aufgrund zu großer Kupferkabellänge der »letzten Meile« (zum Beispiel mehr als einen Kilometer) bis zum Hausanschluß kaum Geschwindigkeitssteigerungen bemerken.

Für den Vorwahlbereich 05734 im Norden Bad Oeynhausens mit Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen gibt es bisher auch noch keine Ausbaupläne.

So wird es sehr schwierig, bis 2018 die im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Nordrhein-Westfalen geforderte »Breitbandversorgung von 50 MBit/s für alle Haushalte [zu] gewährleisten«. Auch der Deutsche Bundestag hatte beschlossen, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit 50 MBit/s zu erreichen.

Am besten wäre ein wirklich flächendeckender Ausbau mit Glasfaserleitungen – Fiber to the Home (FTTH) oder Fiber to the Building (FTTB). Hierfür wäre es hilfreich, wenn bei jeglichen Straßen- und Tiefbauarbeiten zumindest Leerrohre verlegt würden.

Von den Telekommunikationsanbietern beworbene Zwischenlösungen mittels Mobilfunk (LTE) haben gegenüber Kabellösungen einige Probleme.

Für Gebiete, die weiterhin nur langsames Internet erhalten, könnten politischer Druck, Gründung von Bürgernetzinitiativen und Richtfunk etwa per Freifunk Möglichkeiten sein, mittel- bis langfristig eine etwas bessere Internetversorgung zu erreichen. (Hierzu würde ich eine eine eigene Website, Mailingliste, usw. zur Koordinierung aufsetzen, sofern Interesse besteht – schicken Sie mir eine Nachricht.)

Schnelles Internet zum Jahreswechsel 2015/2016 für die Glücklichen

Die Bürger im erschlossenen Gebiet, deren Teilnehmeranschlußleitung (TAL) nur über wenige hundert Meter Kupferkabellänge am Kabelverzweiger/Outdoor-DSLAM angebunden ist, können sich voraussichtlich nach einer Testphase im November ab Dezember 2015 an höheren Datenübertragungsgeschwindigkeiten mittels VDSL2-Vectoring erfreuen – allerdings zu höheren Kosten.


Informationsveranstaltung zum Internetausbau am 11.5., 18 Uhr, Bürgerhaus Rehme

Die Deutsche Telekom informiert am Montag, dem 11. Mai 2015 um 18 Uhr im Bürgerhaus Rehme, Hermann-Löns-Straße 28, über den Ausbau des Breitband-Internets in Bad Oeynhausen im Jahr 2015. In der Bürgerversammlung können Fragen gestellt werden.

Nachtrag vom 2015-03-12: Die Neue Westfälische hatte das Datum mehrmals falsch angegeben: erst »Mittwoch, 11. März«, dann »Mittwoch, 11. Mai«. Das wirkliche Datum der Veranstaltung ist Montag, der 11. Mai 2015.

Nachdem Einwohner und Unternehmen seit langem über viel zu langsame Internetgeschwindigkeiten in großen Teilen Bad Oeynhausens klagen, sind Verhandlungen des Wirtschaftsförderers und der Stadtverwaltung mit der Deutschen Telekom nach zwei Jahren mittlerweile recht erfolgreich verlaufen – obwohl es 2014 noch schlecht aussah.

Die Deutsche Telekom wird bis November 2015 die Strecken zwischen der Vermittlungsstelle und grauen Kabelverzweiger-Schaltschränken am Straßenrand mit etwa 80 Kilometern Glasfaser anstatt Kupferkabel ausstatten. Das soll wo möglich in vorhandenen Rohren geschehen, Tiefbauarbeiten sollen die Ausnahme bleiben. 107 Kabelverzweiger sollen ausgetauscht oder neu aufgebaut werden.

Allerdings ist der Ausbau derzeit nur für den Telefonvorwahlbereich 05731 geplant. Die Verwaltung bemüht sich auch um eine Lösung für den Vorwahlbereich 05734 – Wulferdingsen (Bergkirchen), Volmerdingsen.

Nach Fertigstellung im November 2015 sollen Tests und die Vermarktung der höheren Internetbandbreite im Dezember 2015 beginnen – mit höheren Kosten für die Kunden. Auch andere Telefonie- und Internetanbieter als die Deutsche Telekom sollen Zugriffsmöglichkeiten auf das aufgerüstete Netz erhalten.

Da die Geschwindigkeit beim Endkunden jedoch entscheidend von der Länge seiner Kupferleitung zum Kabelverzweiger abhängt, wird für die meisten Nutzer immer noch eine versprochene Höchstgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde beim VDSL-Vectoring, wie dann in unmittelbarer Nähe zum Kabelverzweiger möglich, ein Traum bleiben.

Für Gebiete, die weiterhin nur langsames Internet erhalten, könnten politischer Druck, Gründung von Bürgernetzinitiativen und Richtfunk etwa per Freifunk Möglichkeiten sein, mittel- bis langfristig eine etwas bessere Internetversorgung zu erreichen.


  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen: Bürgerversammlung zu schnellem Internet – Am 11. März im Rehmer Bürgerhaus; 2015-02-28
    Nachtrag vom 2015-03-12: Die Neue Westfälische hatte das Datum mehrmals falsch angegeben: erst »Mittwoch, 11. März«, dann »Mittwoch, 11. Mai«. Das wirkliche Datum der Veranstaltung ist Montag, der 11. Mai 2015.
  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen: Ausbau für schnelles Internet beginnt – NW-Leser hofft auf zügige Aufstockung; 2015-02-06
  • Neue Westfälische Bad Oeynhausen: Viel schneller ins Internet – Telekom verlegt im Stadtgebiet Glasfaser / Ab Dezember Testlauf; 2015-01-31

Aus dem Jahr 2014: