Stand des Internet-Breitbandausbaus in Bad Oeynhausen – Infoveranstaltung vom 11. Mai

Am Montag, dem 11. Mai 2015 informierten die Stadt und die Deutsche Telekom über den Breitbandausbau für das Internet in Bad Oeynhausen.

Von der Stadt waren Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann, Wirtschaftsförderer Patrick Zahn und Mitarbeiterin Frau Baumeister, sowie Jan-Martin Müller aus der Stadt- und Verkehrsplanung anwesend. Von der Deutsche Telekom GmbH Herr Ingenhaag, Herr Karneth von der Technik und Frau Köhler.

Trotz bestem Wetters war das Rehmer Bürgerhaus von 18 bis 20 Uhr gut gefüllt – die Veranstalter sprachen von 140 Personen –, was die Wichtigkeit des Themas und den Leidensdruck zeigt.

Wie wichtig das Internet im Alltag der Bürger, privat wie beruflich, im Laufe der Jahre geworden ist, betonte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann in seiner Auftaktrede. Die Frage nach Breitbandverfügbarkeit sei die am häufigsten gestellte. Zusammen mit der Wirtschaftsförderung bemühe sich der Bürgermeister, die Verwaltung und auch die Politik seit Jahren um die Verbesserung der Breitbandversorgung. Dazu gab es zahlreiche Gespräche und Untersuchungen von Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Wirtschaftsförderer Patrick Zahn, der sich mit seinen Mitarbeiterinnen sehr um den Breitbandausbau gekümmert hat, gab danach einen Überblick über die bisherige Situation in Bad Oeynhausen. So wurden Karten mit der ungefähren Versorgung gezeigt: Für Download-Geschwindigkeiten von zwei Megabit/s ist die Versorgung mit 95 Prozent der Haushalten gut, es gibt nur wenige Lücken. Bei sechs Mbit/s zeigen sich große Lücken, besonders im Norden. Und bei 16 Mbit/s ist die Versorgung nur in der Mitte der Stadt ordentlich. Lücken zeigten sich immer wieder besonders in Rehme. Auch die Versorgung der Gewerbegebiete mit hohen Bandbreiten sei für die Unternehmen wichtig.

Im Anschluß wollte Herr Ingenhaag von der Deutschen Telekom eigentlich mit Hilfe einer Präsentation eine Übersicht über die verwendete Technik, den Ausbaustand und einige Statistiken geben, ging aber schnell aufgrund der vielen Fragen aus dem Publikum zusammen mit Herrn Karneth von der Technik zur Beantwortung dieser Fragen über.

Bisheriger Stand

Bisher liegen Kupferkabel von den Betriebsstellen – Hauptverteilern/Vermittlungsstellen wie an der Dr.-Neuhäußer-Straße, Anne-Frank-Straße, Schwarzer Weg, Weberstraße, Wasserriede – bis zu den Kabelverzweigern, den größeren grauen Kästen am Straßenrand, und von den Kabelverzweigern (KVz) als Teilnehmeranschlußleitung (TAL, »Letzte Meile«) bis zu den Haushalten.

Diese Kupferkabel sind zum Teil 50 Jahre alt, gut für die Sprachtelefonie, aber schlecht geeignet für die Datenübertragung. Das DSL-Signal kommt bisher aus den Betriebsstellen über die langen Kupferkabelwege in die Häuser.

Was passieren wird

Für den Breitbandausbau im Vorwahlbereich 05731 werden die Kabelverzweiger mit aktiver Technik ausgerüstet. Dafür werden sie mit Multifunktionsgehäusen überbaut (sie werden zu Outdoor-DSLAMs – noch größeren grauen Kästen). Die Kabelverzweiger werden über Glasfaser an die Betriebsstellen angebunden, pro Kabelverzweiger mit einem Gigabit/s. So rückt die Technik näher an die Haushalte, die Kupferkabellängen werden kürzer, die Signale werden weniger gedämpft. Das ist VDSL.

Mittels Vectoring können Störsignale (Übersprechen) auf den Leitungsbündeln vermindert werden. Für diese Behebung von Störsignalen ist es jedoch notwendig, daß das gesamte Leitungsbündel von genau einem Anbieter betrieben wird. Dieses ist ein Punkt, warum Konkurrenten der Deutschen Telekom gegen das Vectoring protestieren. Andererseits betont die Telekom, daß ihr Netz diskriminierungsfrei sei und Mitbewerber sich einen Bitstromzugang mieten könnten – so wie sie in der Regel auch die Teilnehmeranschlußleitung (»Letzte Meile«) von der Deutschen Telekom mieten.

Im Vorwahlbereich 05731, der einen großen Teil Bad Oeynhausens und auch einen Teil Löhnes umfaßt, stehen 188 Kabelverzweiger, von denen 129 mit aktiver Technik betrieben bzw. aufgerüstet werden. Es sind 24 Kilometer Tiefbau notwendig, um 80 Kilometer Glasfaser zu verlegen. Mit der Aufrüstung werden 25700 Haushalte erreicht.

Es werden nur bestehende Kabelverzweiger-Standorte ausgebaut, es kommen keine neuen hinzu. In den Schaltschränken werden mehr Ports als notwendig zur Verfügung stehen, man baue zukunftsfähig aus. Es werde nicht passieren, daß Anwohner keinen Anschluß bekämen, weil es keine freien Ports mehr gäbe.

Der aktuelle Stand

Die reinen Tiefbauarbeiten – 14 Kilometer – sind im südlichen Teil bereits abgeschlossen, es wurden Leerrohre zu den Kabelverzweigern bzw. den derzeit noch nicht mit Technik bestückten Multifunktionsgehäusen gelegt. Im nördlichen Teil ist das für zehn Kilometer noch zu erledigen.

Dann wird die Glasfaser in die Leerrohre gezogen, womit jetzt im südlichen Bereich begonnen wird.

Ab August kommt die Technik in die Kabelverzweiger. Man geht davon aus, daß ein Trupp einen Kabelverzweiger pro Tag umrüsten kann. Wahrscheinlich werden mehrere eingesetzt.

Zukünftige Geschwindigkeiten, Kosten und Verträge

Konkrete Aussagen zu möglichen Geschwindigkeiten an Hausanschlüssen können erst nach dem Testbetrieb im November 2015 von der Deutschen Telekom gegeben werden. Bei 600 Meter Kupferkabellänge der Teilnehmeranschlußleitung könnte man noch von 50 bis 100 Mbit/s erhalten.

Nach dem Ausbau muß sich jeder Kunde ab Dezember 2015 um die Umstellung seines Vertrags kümmern, also selbst aktiv werden. Informiert werden wird über die Tagespresse; es wird auch eine weitere Informationsveranstaltung geben.

Bei Wechsel von einem anderen Provider zur Deutschen Telekom nicht beim bisherigen kündigen, sondern den Wechsel zur Deutschen Telekom bei der Telekom beauftragen. Vertragslaufzeiten beim anderen Provider beachten.

Man darf auch gerne die Konkurrenz der Deutschen Telekom auf den Breitbandausbau in Bad Oeynhausen hinweisen und zu deren Plänen für neue Verträge und Nutzung der verbesserten Bandbreiten fragen.

Für Privathaushalte gibt es von der Deutschen Telekom drei Tarife »Magenta Zuhause« mit bis zu 16 (»S«), von 16 bis 50 (»M«), sowie von 50 bis zu 100 Mbit/s (»L«). Jeweils mit 24 Monaten Laufzeit. Es sind »Entertain«-Pakete für Fernsehen hinzubuchbar. Die ersten zwölf Monate spart man jeweils fünf Euro.

Tarifnamebis zu Mbit/s Downloadbis zu Mbit/s UploadPreis/Monat
Magenta S Zuhause162,434,95 €
Magenta M Zuhause501039,95 €
Magenta L Zuhause1004044,95 €

Alternativen für zu geringe Bandbreiten nach Ausbau

Auch nach dem Ausbau können immer noch zu geringe Geschwindigkeiten (einstellige Mbit/s für den Download) aufgrund zu langer oder zu schlechter Kupferkabel an der Teilnehmeranschlußleitung (»Letzte Meile«) erreicht werden. (Und Wohngebiete gelten bereits mit sechs Megabit/s als versorgt! Ein weiterer Ausbau ist dann erstmal nicht zu erwarten.)

Die Deutsche Telekom bietet ein Hybrid-Produkt, welches das kabelgebundene DSL mit der Zuschaltung der Datenübertragung im Mobilfunknetz (LTE) kombiniert.

Das hängt von der Verfügbarkeit des LTE-Funknetzes ab. Außerdem die Geschwindigkeit von der Anzahl der LTE-Nutzer in der jeweiligen Funkzelle und deren Datennutzung (Shared Medium).

Was positiv an den Magenta-Zuhause-Hybrid-Tarifen auffällt: Obwohl zusätzlich der »Datenturbo« mittels LTE enthalten ist, kosten die Tarife gleich viel wie ihre Nicht-Hybrid-Äquivalente. Außerdem ist das Datenvolumen unbegrenzt, nicht wie bei normalen Mobilfunkverträgen auf wenige Gigabyte begrenzt.

Übrigens: Nach der Informationsveranstaltung wurde mir von Nutzern solcher LTE-Hybridprodukte berichtet, daß diese durchaus ihre Macken haben: Die Funkverbindung sei nicht immer stabil, versprochene hohe Geschwindigkeiten würden selten erreicht und die Hardware-Router seien fehleranfällig und nur eingeschränkt konfigurierbar.

Noch nichts Neues für Vorwahl 05734 – Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen

Für den Anschlußbereich 05734 – Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen – bemüht man sich weiterhin um einen Ausbau, es darf dazu aber noch nichts gesagt werden. Kommt es zu einem Breitbandausbau, könnte der im ersten Quartal 2016 starten.

Kein Ausbau bei direkter Versorgung durch Betriebsstellen, ohne Kabelverzweiger

In der Mitte der Stadt gibt es Bereiche, die direkt aus den Betriebsstellen (Hauptverteilern/Vermittlungsstellen) versorgt werden, nicht über einen Kabelverzweiger. Dort darf die Telekom nicht ausbauen. Man bemüht sich aber um regulatorische Ausnahmen.

Gewerbegebiete

Es wird ein Förderprogramm (des Landes NRW) für Gewerbegebiete geben, um dort 50 Mbit/s zu erreichen.

Konkrete Fragen wurden zum Ausbau in den Gewerbegebieten in Rehme und Eidinghausen gestellt. In Eidinghausen wird es einen Outdoor-DSLAM hinter dem Schloß geben, einen weiteren aus südöstlicher Richtung. Eidinghausen wird insgesamt gut versorgt sein.

Bei Geschäftskunden gibt es auch die Möglichkeit, Glasfaser direkt bis ins Gebäude legen zu lassen (FTTH, FTTB) – mit entsprechenden Kosten.

Vollständige Umstellung des Netzes auf IP bis 2018

Das gesamte Netz der Deutschen Telekom wird bis 2018 auf IP umgestellt. Dann wird ISDN oder ein Analoganschluß nicht mehr angeboten, schon jetzt gibt es die nicht mehr in Neuverträgen. Telefonie wird über das IP-Netz (VoIP) stattfinden – auch wenn man nur telefoniert und ansonsten nicht das Internet nutzt. Es wird dann ein neues Netzabschlußgerät wie ein Router benötigt.

Ein bestehender Analog- oder ISDN-Anschluß sollte schnellstmöglich auf IP umgestellt werden, erst so sind die neuen VDSL-Geschwindigkeiten möglich. Nicht bis 2018 warten.

Sonstiges

Aus dem Publikum kam eine Frage nach oberirdischen Kabeln. Diese seien kein Problem, wegen ihres größeren Querschnitts von 0,6 Millimetern gegenüber 0,4 Millimetern bei unterirdisch verlegten aufgrund weniger Dämpfung sogar besser geeignet.

Das Backbone-Netz der Deutschen Telekom hat Terabit/s-Kapazität.

Im Publikum saß jemand aus dem Norden Bad Oeynhausens, der sich mit sagenhaften 384 kbit/s begnügen muß.

Laut Herrn Müller von der Stadt- und Verkehrsplanung gab es bisher keine Beschwerden über die Tiefbauarbeiten.

Auch die Neue Westfälische hat einen kurzen Artikel zur Informationsveranstaltung mit einem Foto: Schnelles Internet für 25.000 Haushalte der Stadt (2015-05-12).

In eigener Sache: Da ich nach dem Breitbandausbau wegen eines zu langen und zu schlechten Kupferkabels als Teilnehmeranschlußleitung immer noch zu geringe Geschwindigkeiten haben werde, bin ich für Alternativen offen. Hierzu würde ich zur Koordination und Kommunikation eine eigene Website, Mailingliste, usw. aufsetzen, sofern Interesse besteht – schicken Sie mir eine Nachricht.

Informationsveranstaltung zum Internetausbau am 11.5., 18 Uhr, Bürgerhaus Rehme

Wie bereits berichtet baut die Deutsche Telekom derzeit die Infrastruktur im Süden Bad Oeynhausens im Vorwahlbereich 05731 aus, um mehr Bürgern schnelleres Breitband-Internet zu ermöglichen. Dieses geht auf das Bemühen der Wirtschaftsförderung zurück.

Zum Breitbandausbau findet am Montag, dem 11. Mai 2015 um 18 Uhr im Bürgerhaus Rehme, Hermann-Löns-Straße 28, eine Informationsveranstaltung der Stadt und der Deutschen Telekom statt.

Glasfaserleitungen, Kabelverzweiger und Outdoor-DSLAMs

Insgesamt sollen etwa 80 Kilometer Glasfaserkabel zwischen den Hauptverteilern/Vermittlungsstellen (zum Beispiel an Dr.-Neuhäußer-Straße und Anne-Frank-Straße) und den Kabelverzweigern verlegt werden – Fiber to the Curb (FTTC).

Viele Kabelverzweiger wurden bereits zu Outdoor-DSLAMs aufgerüstet. Insgesamt sollen es 107 werden, die ausgetauscht oder neu aufgebaut werden. Diese Arbeiten waren in den vergangenen Wochen im Straßenbild durchaus sichtbar.

Lücken im Ausbau und gar kein Ausbau im Norden

Allerdings werden selbst im Vorwahlbereich 05731 nicht alle Kabelverzweiger erschlossen.

Und so einige Einwohner, die zwar an mit Glasfaser erschlossenen und zu Outdoor-DSLAM aufgerüsteten Kabelverzweigern angeschlossenen sind, werden aufgrund zu großer Kupferkabellänge der »letzten Meile« (zum Beispiel mehr als einen Kilometer) bis zum Hausanschluß kaum Geschwindigkeitssteigerungen bemerken.

Für den Vorwahlbereich 05734 im Norden Bad Oeynhausens mit Wulferdingsen (Bergkirchen) und Volmerdingsen gibt es bisher auch noch keine Ausbaupläne.

So wird es sehr schwierig, bis 2018 die im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Nordrhein-Westfalen geforderte »Breitbandversorgung von 50 MBit/s für alle Haushalte [zu] gewährleisten«. Auch der Deutsche Bundestag hatte beschlossen, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit 50 MBit/s zu erreichen.

Am besten wäre ein wirklich flächendeckender Ausbau mit Glasfaserleitungen – Fiber to the Home (FTTH) oder Fiber to the Building (FTTB). Hierfür wäre es hilfreich, wenn bei jeglichen Straßen- und Tiefbauarbeiten zumindest Leerrohre verlegt würden.

Von den Telekommunikationsanbietern beworbene Zwischenlösungen mittels Mobilfunk (LTE) haben gegenüber Kabellösungen einige Probleme.

Für Gebiete, die weiterhin nur langsames Internet erhalten, könnten politischer Druck, Gründung von Bürgernetzinitiativen und Richtfunk etwa per Freifunk Möglichkeiten sein, mittel- bis langfristig eine etwas bessere Internetversorgung zu erreichen. (Hierzu würde ich eine eine eigene Website, Mailingliste, usw. zur Koordinierung aufsetzen, sofern Interesse besteht – schicken Sie mir eine Nachricht.)

Schnelles Internet zum Jahreswechsel 2015/2016 für die Glücklichen

Die Bürger im erschlossenen Gebiet, deren Teilnehmeranschlußleitung (TAL) nur über wenige hundert Meter Kupferkabellänge am Kabelverzweiger/Outdoor-DSLAM angebunden ist, können sich voraussichtlich nach einer Testphase im November ab Dezember 2015 an höheren Datenübertragungsgeschwindigkeiten mittels VDSL2-Vectoring erfreuen – allerdings zu höheren Kosten.