Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme

Nachdem die Stadt Bad Oeynhausen am Dienstag von der Bezirksregierung Detmold aufgefordert wurde, kurzfristig eine Notunterkunft für die Erstaufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden aufzubauen, wurde am Donnerstag das Bürgerhaus Rehme dafür ausgewählt. Die ersten 150 Flüchtlinge werden am Dienstag, dem 11. August 2015 erwartet.

Die außerdem zur Auswahl stehenden Sporthallen im Schulzentrum Nord oder Süd sind nicht geeignet, da sie nach Ferienende in der nächsten Woche für den Schulsport benötigt werden, außerdem ist ihre Lage mitten auf den Schulgeländen aus Sicherheitsgründen sehr schlecht geeignet.

Da das Bürgerhaus Rehme noch bis Jahresende an Partyservice Franz verpachtet ist, wird mit ihm über eine Ablöse und eine Ausweichörtlichkeit verhandelt.

Im Bürgerhaus Rehme werden am Samstag von ehrenamtlichen Helfern der Johanniter Unfall-Hilfe und der Freiwilligen Feuerwehr Stockbetten für 150 Personen im großen und kleinen Saal aufgebaut. Die Schlafplätze können für weitere 50 Personen ausgebaut werden.

Um für 150 bis 200 Personen samt Betreuung genug sanitäre Einrichtungen – Toiletten und Duschen – zu haben, werden die des Hallenbads Rehme mitgenutzt. Hier soll ein Weg gefunden werden, damit das Hallenbad weiterhin zum Schul- und Vereinssport genutzt werden kann.

Die Johanniter Unfall-Hilfe wird die Flüchtlinge betreuuen. Außerdem wird ein Sicherheitsdienst eingesetzt.

Der Parkplatz hinter dem Bürgerhaus wird als Lagerplatz, für Zelte, Container und An- und Abreise der Flüchtlinge per Bus sowie Fahrzeuge der Hilfskräfte genutzt.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Rehme hat angeboten, Räume des Martin-Luther-Hofes gegenüber des Bürgerhauses zur Verfügung zu stellen. Dort soll die Verpflegung der Flüchtlinge und Essensausgabe durch die Diakonische Stiftung Wittekindshof stattfinden. Auch Kinder sollen dort betreut werden.

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat sich bereiterklärt, täglich für 30 Personen die für Flüchtlinge bei Erstaufnahme verpflichtenden Röntgenuntersuchungen durchzuführen.

Informationsveranstaltung am Samstagmorgen

Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann hat sich in einem Brief an die Anwohner gewendet. Die Stadt bietet am Samstag, den 8. August 2015 um 9:30 Uhr eine Informationsveranstaltung im Martin-Luther-Hof in Rehme.

Kosten und Zahlen

Ein Großteil der Kosten wird vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen, da die Erstaufnahme eigentlich eine Aufgabe des Landes ist – dessen Notunterkünfte jedoch überfüllt sind, weswegen nun auch kleinere Städte wie Bad Oeynhausen aushelfen müssen.

Derzeit wohnen bereits 411 Asylsuchende in Bad Oeynhausen, 150 wurden im Jahr 2015 der Stadt neu zugewiesen. Da Bad Oeynhausen eine Notunterkunft für die Erstaufnahme stellen wird, werden die meisten Flüchtlinge aus ihr nach maximal drei Tagen Erstaufnahmeaufenthalt auf andere Kommunen verteilt werden, wo sie bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag wohnen werden.

Ehrenamtliche Hilfe und Spenden

Wer ehrenamtlich bei der Betreuung der Flüchtlinge helfenoder etwas spendenmöchte, findet E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie ein PDF-Formular zum Ausfüllen und Ausdrucken/Einsenden/Abgeben in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Oeynhausen.

Gesucht werden zum Beispiel Übersetzer, Betreuer, Fahrer, Handwerker.

An Sachspenden werden noch benötigt: Bekleidung und Schuhe für Säuglinge, Kinder und Erwachsene; Spielzeug; Koffer und Reisetaschen.

Bisher haben sehr viele Einwohner Bad Oeynhausens Hilfsangebote gemacht.


Notunterkunft für Flüchtlinge in Bad Oeynhausen

Nachdem schon größere Städte in der Umgebung wie Herford seit Herbst 2014 und Minden seit Ende Juli 2015 Notunterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende betreiben, ist am Dienstag auch Bad Oeynhausen von der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl der Bezirksregierung Detmold aufgefordert worden, kurzfristig Notunterkünfte bereitzustellen – wie auch Bünde, Lemgo und Rheda-Wiedenbrück.

150 bis 200 Flüchtlinge werden in der nächsten Woche in Bad Oeynhausen erwartet. Sie werden jeweils nur für kurze Zeit – höchstens zwei Tage – in der Notunterkunft untergebracht; nach ihrer Registrierung in der Notunterkunft sollen sie in dauerhaften Einrichtungen an anderen Orten bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag wohnen.

Am Mittwoch tagte ein »Stab für außergewöhnliche Aufgaben«, um einen passenden Ort für die Notunterkunft zu finden: Zur Auswahl stehen die Turnhallen der Schulzentren Nord und Süd sowie das Bürgerhaus Rehme. Da in der nächsten Woche die Sommerferien enden und die Sporthallen für den Schulsport benötigt werden, ist eine Unterbringung im Bürgerhaus Rehme wahrscheinlich, dort muß allerdings noch eine Einigung mit dem Pächter erzielt werden. Das soll am Donnerstagmorgen entschieden werden.

Außerdem stellen sich weitere große organisatorische Herausforderungen, etwa die Anschaffung von Betten, Bettzeug und Hygieneartikeln. Es muß geplant werden, wer sich um die Flüchtlinge und Asylsuchenden kümmert – da kommen zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter Unfallhilfe in Frage, die auch im Krisenstab beteiligt sind. Die Verpflegung soll von der Diakonischen Stiftung Wittekindshof übernommen werden.

Die Stadt plant eine Informationsveranstaltung für Bürger.

Derzeit wohnen bereits 411 Asylsuchende in Bad Oeynhausen, 150 wurden im Jahr 2015 der Stadt neu zugewiesen.

Wer bei der Versorgung von Flüchtlingen ehrenamtlich mithelfen möchte, kann sich zum Beispiel auf www.team-westfalen.de des Landesverbands Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes registrieren. Auch die Stadt Bad Oeynhausen nennt Ansprechpartner in ihrer Pressemitteilung.


Einen Hintergrundbericht zur Herkunft der Flüchtlinge hat die Neue Westfälische:

  • Neue Westfälische: Flucht per Zug nach NRW – Woher und auf welchen Wegen Flüchtlinge ins Bundesland kommen – und warum einige freiwillig wieder umkehren; 2015-08-05

Nachtrag vom 2015-08-06: Mehr Informationen; Pressemitteilung der Stadt, Artikel des Westfalen-Blattes und Hintergrundbericht der Neuen Westfälischen verlinkt.