Bürgermeisterwahl am 13. September

Am 13. September wird der Bürgermeister für Bad Oeynhausen gewählt. (Mögliche Stichwahl am 27. September.)

Damit sich jeder gut informieren kann, gibt es in diesem Blog die Seite Bürgermeisterwahl 2015 mit einigen Kurzinfos, Links zu den Websites der vier Kandidaten sowie Vorstellungen und Interviews zur Wahl in den Tageszeitungen (soweit öffentlich im Internet verfügbar).

Übrigens: Wer Briefwahl ausüben möchte, sollte schnellstmöglich einen Antrag stellen.

Stichwahl des Landrats am 15. Juni

Da der seit 2007 amtierende Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) bei der Landratswahl im Kreis Minden-Lübbecke am 25. Mai 2014 mit 49,53 % der Stimmen die absolute Mehrheit knapp verfehlt hat, kommt es am Sonntag, dem 15. Juni 2014 zu einer Stichwahl zwischen ihm und dem Herausforderer Hans-Joerg Deichholz (CDU).

Informationen zu den Personen und ihren Zielen gibt es auf ihren jeweiligen Websites:

Für die Wahlentscheidung mögen auch die Antworten der beiden Kandidaten auf Fragen des Mindener Tageblatts hilfreich sein.

Ralf Niermann kann man außerdem in Bad Oeynhausen am Samstag, dem 7. Juni von 11 bis 12 Uhr vor dem WEZ-Markt an der Weserstraße sowie von 12:30 bis 13:30 Uhr vor dem WEZ-Markt an der Mindener Straße persönlich treffen.

Eine gesonderte Wahlbenachrichtigung erfolgt nicht. Die für die Wahl am 25. Mai 2014 ist weiterhin gültig – wer sie nicht mehr hat, kann mit seinem Personalausweis im Wahllokal wählen gehen. Auch Briefwahl ist möglich.

Nachtrag vom 2014-06-07:

Nachtrag vom 2014-06-14:

Bundestagswahl 2013

Am Sonntag, dem 22. September 2013 wird der 18. Deutsche Bundestag gewählt. Die Wahlberechtigten aus Bad Oeynhausen wählen im Wahlkreis 133 Herford – Minden-Lübbecke II.

Jeder Wahlberechtigte sollte bereits Ende August eine Wahlbenachrichtigung der Stadt Bad Oeynhausen mit der Briefpost erhalten haben. Dort finden sich weitere Informationen; unter anderem, in welchem Wahlraum man von 8 bis 18 Uhr man normalerweise wählen soll, seine Nummer im Wählerverzeichnis, was man zur Wahl mitbringen muß (auf jeden Fall den Personalausweis oder Reisepaß, nach Möglichkeit auch die Wahlbenachrichtigung), wie man in einem anderen Wahllokal im Wahlbezirk wählen (vorher Wahlschein anfordern!) und wie man Briefwahl beantragen kann.

Eine Auflistung der Straßen und zugeordneten 26 Wahllokale/Stimmbezirke gibt es beim Kommunalen Rechenzentrum Lemgo.

Briefwahl oder Wahl in anderem Wahllokal

Wahlscheine zur Wahl in einem anderen Wahllokal im Wahlbezirk 133 sowie Briefwahl kann bis zum 20. September, 18 Uhr beantragt werden – nach Möglichkeit sollte das jedoch früher gemacht werden.

Das geht am einfachsten über das Online-Formular für den Briefwahlantrag (der Link befindet sich in der rechten Spalte auf der Bundestagswahlseite der Stadt Bad Oeynhausen oder auch im QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung). Dort muß man seine Anschrift, das Geburtsdatum und Wahlbezirk- sowie Wählerverzeichnisnummer angeben und erhält die Unterlagen per Briefpost oder amtlichem Boten.

Der Antrag kann auch schriftlich oder persönlich im Rathaus erfolgen – dort kann auch direkt gewählt werden. Bei plötzlicher schwerer Erkrankung ist ein Wahlscheinantrag auch noch am 22. September bis 15 Uhr möglicht.

Detailliertere Informationen beim Wahlamt der Stadt Bad Oeynhausen.

Wen wählen?

Nicht oder ungültig wählen ändert nichts – und wird von der Politik auch nicht als Protest gesehen. Wahlen sind für den Normalbürger eine der wenigen Möglichkeiten, die Politik zumindest ein ganz klein wenig mitzubestimmen. Auch wenn man in der Regel nur die Wahl des kleinsten Übels hat.

Und mit der Möglichkeit der Briefwahl gibt es auch keine Ausreden von Bequemlichkeit oder Terminproblemen.

Eine Partei mit der Zweitstimme

Es stehen 22 Parteien zur Wahl. Unter anderem die bereits im Bundestag vertretenen CDU, SPD, FDP, Grüne und Die Linke. Chancen die Fünfprozenthürde zu überspringen, haben auch die Piratenpartei und die Alternative für Deutschland (AfD).

Beim Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung kann man seine eigenen Antworten auf 38 Fragen prüfen, welche Parteien bei den dortigen ausgewählten Themen einem am meisten oder wenigsten zusagen. Das ersetzt natürlich nicht das Studium der Partei- und Wahlprogramme – wobei immer fraglich ist, wie viele der Versprechungen im Wahlkampf tatsächlich später eingehalten werden …

Übrigens: Selbst wenn eine Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sollte, ist eine Stimme nicht verloren: Erstens erhält die Partei ab 0,5 Prozent der Stimmen Parteienfinanzierung (»Wahlkampfkostenerstattung«) aus Steuermitteln. Zweitens kann der Erfolg einer kleinen Partei bestimmte Themen auch bei großen Parteien auf die Tagesordnung bringen. Zum Beispiel reichte es im Jahr 2009 für die Piratenpartei bei der Europawahl mit 0,9 Prozent und bei der Bundestagswahl mit zwei Prozent nicht für den Einzug in die Parlamente – jedoch brachte ihr relativer Erfolg der »Netzpolitik« in den großen Parteien mehr Aufmerksamkeit und das 2009 von CDU/CSU und SPD verabschiedete Gesetz zur Internetzensur wurde von der neuen Regierung unter CDU/CSU und FDP kurz darauf abgeschafft.

Einen Wahlkreisabgeordneten als Direktkandidaten mit der Erststimme

Im Wahlkreis 133 Herford – Minden-Lübbecke II stehen als Direktkandidaten mit der Erststimme zur Wahl:

KandidatParteiOrtBeruf/TätigkeitGeburtsjahr
Dr. Tim OstermannCDU (Listenplatz 36)LöhneRechtsanwalt1979
Stefan SchwartzeSPD (Listenplatz 44)VlothoMitglied des Bundestages seit 2009, Industriemechaniker1974
Frank SchäfflerFDP (Listenplatz 5)BündeMitglied des Bundestages seit 2005, Diplom-Betriebswirt1968
Eyüp OdabasiGrüneBündeInformatiker1971
Inge HögerDie Linke (Listenplatz 9)HerfordMitglied des Bundestages seit 20051950
Dennis DeutschkämerPiratenparteiVlothoFachinformatiker1988
Lutz SchröterFreie WählerBad OeynhausenTechnischer Angestellter1968
Harry ReinAufbruch CDetmoldLehrer1963

In der Regel schafft es nur einer der Kandidaten der großen Parteien CDU oder SPD, direkt gewählt zu werden. Der Wahlkreis Herford – Minden-Lübbecke II ist traditionell fest in der Hand der SPD – nur 1983 hat es ein Kandidat der CDU geschafft, direkt gewählt zu werden. Im Jahr 2009 lag Stefan Schwartze von der SPD mit 62644 Stimmen (38,52 Prozent) nur knapp vor dem CDU-Kandidaten mit 61244 Stimmen (37,66 Prozent).

Auf Wen wählen? kann man viele Aussagen der Direktkandidaten anschauen und mit seinen eigenen Vorstellungen in einem Test (benötigt aktiviertes JavaScript im Webbrowser) vergleichen.

Auf abgeordnetenwatch.de beantworten die Kandidaten Fragen öffentlich. Außerdem gibt es einen Kandidaten-Check.

Die Lokalzeitungen haben natürlich auch Artikel zu den Kandidaten gebracht; die Neue Westfälische dabei mit verspielten, aber wenig aussagekräftigen »Ohne Worte«-Bilderinterviews:

Neben Lutz Schröter gibt es übrigens noch einen weiteren Kandidaten aus Bad Oeynhausen: Nadja Bühren für Die Linke, die allerdings im Wahlkreis 134 Minden-Lübbecke I antritt und deshalb nicht in Bad Oeynhausen gewählt werden kann.

Wahlergebnisse

Die Wahlergebnisse für Bad Oeynhausen (und Umgebung) werden am Abend des 22. September auf der Website des Kommunalen Rechenzentrums Lemgo veröffentlicht werden. Mit detaillierten Zahlen bis zu den Wahlbezirken hinunter. (Benötigt aktiviertes JavaScript im Webbrowser.)

Wahlergebnisse aus Nordrhein-Westfalen gibt es bei der Landeswahlleiterin, aus dem gesamten Bundesgebiet beim Bundeswahlleiter.

Überall dort lassen sich auch Ergebnisse vergangener Wahlen einsehen, so zum Beispiel für die Bundestagswahl 2009 im Wahlkreis Herford – Minden-Lübbecke II bzw. der Bundestagswahl 2009 in der Stadt Bad Oeynhausen.


Auf wahlrecht.de gibt es umfangreiche Informationen zum Wahlrecht, außerdem Ergebnisse der Bundestagswahlen und aktuelle Umfragewerte.


PS: Nach der Kommunalwahl 2009 (am 30. August 2009), kurz vor der Bundestagswahl (am 27. September 2009), habe ich das Twitterkonto @oeyni am 22. September 2009 angelegt, um Nachrichten und Twitterdiskussionen aus Bad Oeynhausen und Umgebung in jenem Netzwerk einfacher zugänglich zu machen. Der zweite Tweet verlinkte die Bundestagswahlergebnisse.

Stammtisch der Piratenpartei am Mittwoch, dem 16. Januar in der Druckerei Bad Oeynhausen

Am Mittwoch, dem 16. Januar 2013 findet um 20 Uhr der sechste Stammtisch der Piratenpartei in Bad Oeynhausen im Begegnungszentrum Druckerei, Kaiserstraße 14 statt. Neben Parteimitgliedern aus Bad Oeynhausen und Umgebung sind alle Menschen eingeladen, die sich für die Arbeit der Partei interessieren.

Als lokalpolitische Tagesordnungspunkte könnten das Für und Wider der Verkäufe des Wasserschloß’ Ovelgönne und des Harre-Hofs Werste sowie die Transparenz und Arbeit der großen Parteien im Stadtrat besprochen werden. Tagesordnungspunkte können im Pad des Stammtischs vorgeschlagen und bearbeitet werden.

An jedem 3. Donnerstag im Monat findet übrigens ein gemeinsamer Stammtisch der Piratenpartei für den neuen Bundestagswahlkreis 133 – Kreis Herford und Stadt Bad Oeynhausen – statt.

Zweiter Stammtisch der Piratenpartei in Bad Oeynhausen

(Kurz vor dem dritten Stammtisch will ich nach fast einem Monat dann doch noch den auf meinem Protokoll basierenden Blog-Artikel zum zweiten Piratenstammtisch veröffentlichen. Es fehlte die Zeit.)

Nach dem ersten Stammtisch der Piratenpartei im Mai fand der zweite am Mittwoch, dem 20. Juni 2012 ab 20 Uhr in der Druckerei Bad Oeynhausen statt.

Es erschienen elf Piraten und Interessierte, davon waren die meisten schon auf dem ersten Stammtisch. Bis auf zwei, drei Personen waren alle Anwesenden Piraten. Die Hälfte oder etwas mehr stammte aus Bad Oeynhausen. Ein Interessierter war 30 Jahre Mitglied der Grünen und wollte nun in die Piratenpartei (bei der Doppelmitgliedschaften im Gegensatz zu anderen Parteien kein Problem sind) eintreten.

Auf dem ersten Stammtisch im Mai gab es viel Nachfrage nach den Beteiligungsmöglichkeiten und den Werkzeugen der Piratenpartei im Internet. Deshalb hatte ein Mitglied eine kleine Präsentation vorbereitet. Während der Präsentation sollten die Werkzeuge auch direkt über ein an einem Projektor angeschlossenes Notebook vorgeführt werden. Leider scheiterten die meisten Demonstrationen am in diesem Druckerei-Raum nicht vorhandenen WLAN und am selten erreichbaren Mobilfunkinternet.

Vorgestellt wurden:

  • Mailinglisten. Es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende Mailinglisten zu Themen und Organisationsstrukturen. Manche Mailinglisten werden so intensiv genutzt, daß man sie nicht vollständig lesen kann.

    Am besten meldet man sich in der Mailingliste für den Kreisverband Minden-Lübbecke an und vielleicht in einigen weiteren, deren Themen einen interessieren. Eine Weile sollte man mitlesen, was und wie dort diskutiert wird. Danach kann man auch an der Diskussion teilnehmen.

  • Piratenpads. Die Etherpad-Software ermöglicht es, im Webbrowser mit anderen Personen in Echtzeit Texte zu schreiben. Von unterschiedlichen Personen eingegebene Zeichen werden in unterschiedlichen Farben markiert. Man kann die Änderungen in der Zeit verfolgen.

    Piratenpads bieten sich zum Beispiel an, wenn mehrere Personen in Echtzeit ein Protokoll von einer Veranstaltung führen oder gemeinsam eine Pressemitteilung entwerfen wollen.

  • Mumble. Mumble ist eine freie Software zur Sprachkommunikation. In einem (virtuellen) Raum können mehrere Personen zuhören, was ein anderer sagt. In der Regel wird es so genutzt, daß jeder mit einem Headset (Kopfhörer und Mikrofon) vor seinem Rechner sitzt und zuhört und gelegentlich eine Freigabe zum Sprechen anfordert. Die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen bietet einen Mumble-Server mit Diskussionsräumen an. Dort werden zum Beispiel Vorstandssitzungen übertragen.

    Die Nutzung von Mumble bietet sich an, wenn die Diskussionsteilnehmer räumlich getrennt sind, aber dennoch in Echtzeit mit dem gesprochenen Wort kommunizieren wollen.

  • Piratenwiki. Das Piratenwiki nutzt die von zum Beispiel der Wikipedia bekannte Software Mediawiki; die Wiki-Syntax bei der Eingabe von Text in der Bearbeitungsansicht ist etwas gewöhnungsbedürftig. Für einen Einstieg wurde eine dreiseitige Übersicht zum Piratenwiki auf Papier ausgeteilt.

    Im Wiki können Informationen veröffentlicht werden, die einen eher dauerhaften Charakter haben. Für den Stammtisch Bad Oeynhausen wurde eine Seite gleich nach dem ersten Stammtisch eingerichtet, auch der Kreisverband hat eine Seite.

    Als Pirat oder Interessierter kann man eine Benutzerseite im Wiki anlegen und sie zur Kommunikationsvereinfachung und besseren Findbarkeit zum Beispiel zu Kategorien wie Benutzer aus Bad Oeynhausen hinzufügen. Es gibt eine umfangreiche Vorlage für Benutzerseiten oder man nutzt eine bestehende Benutzerseite als Beispiel.

  • Liquid Feedback. Liquid Feedback ist das einzige der vorgestellten Werkzeuge, für dessen aktive, nicht nur-lesende Nutzung man Pirat sein muß. Hier werden Anträge vorbereitet, diskutiert und über sie ein Meinungsbild eingeholt. Erfolgreiche Anträge werden dann auf Parteitagen eingebracht und über sie abgestimmt. So entstehen Partei- und Wahlprogramme der Piratenpartei.

Ein bißchen Schade war es, daß von den vielen Personen vom ersten Stammtisch nur so wenige zum zweiten kamen und sie so nicht die Möglichkeiten hatten, mehr über die Werkzeuge der Piratenpartei zu erfahren. Schließlich wurden während der etwa einstündigen Präsentation auch tiefergehende Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Es wurde erneut deutlich, daß man ohne bestehende Internetverbindung quasi nicht arbeitsfähig ist. Immerhin konnten wir einmal kurz in eine Mumble-Sitzung hineinhören, was schon eindrucksvoller war, als nur von den Möglichkeiten erzählt zu bekommen.

Für zukünftige Piratenstammtische sollte aber eine Internetverbindung bereitstehen – sei es durch einen Raumwechsel in der Druckerei, die Nutzung von WLAN-Repeatern oder vielleicht auch MiFi (wobei auch die Mobilfunknetze in dem Raum kaum empfangbar waren) oder die Nutzung eines ganz anderen (behindertengerechten) Ortes mit Internetverbindung, welcher aber vermutlich nicht so günstig zu haben wäre.

Symbolfoto: ausgedruckte Kurzübersicht zum Piratenwiki samt Piratenpartei-Aufkleber

ausgedruckte Kurzübersicht zum Piratenwiki samt Piratenpartei-Aufkleber

Nach der Präsentation der Piratenwerkzeuge gab es noch zwei Themen, die für Diskussionen sorgten:

  1. Der Kreisverband Minden-Lübbecke hatte ein anonymes Schreiben – angeblich aus der Stadtverwaltung Bad Oeynhausen – erhalten, welches wohl auch an einige Medien ging. Inhaltlich ging es auf den zahlreichen ausgedruckten DIN-A4-Seiten um eine umfangreiche Chronologie zu den städtischen Tochterunternehmen und Beteiligungen Zentrum Technologietransfer Biomedizin (ZTB), Delta Venture Capital (DVC) und PAZ Pharma F&E. Angeblich würden dazu seit längerem Akten bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld liegen, die aber nicht bearbeitet würden.

    Dieses ist ein schon sehr spezielles Thema, welches die auswärtigen Piraten nicht behandeln können. Sollte es dafür Interessenten aus Bad Oeynhausen geben, können die sich beim Kreisverband melden.

  2. Eine längere Diskussion entsprang zu dem auch auf dem ersten Stammtisch bereits angesprochenen Thema der möglichen Rekommunalisierung der Energienetze (Strom und Gas) und Betrieb durch die Stadtwerke oder eine weiter andauernde Konzession für Eon Westfalen-Weser. Dieses Thema soll auf dem dritten Stammtisch erneut aufgegriffen werden.

    Dieses ist auch ein Kernthema der Piratenpartei, geht es doch um Fragen der (Strom- und Gas-)Netzneutralität, Netze in öffentlicher oder privater Hand, De-/Zentralität, Daseinsvorsorge, intelligente (Strom-)Netze.

Als ein Beispiel für ein Thema, welches bisher in der Piratenpartei in Ostwestfalen-Lippe behandelt wurde, wurde die Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen genannt.

Der nächste, dritte Stammtisch findet wieder am dritten Mittwoch im Monat statt, also am 18. Juli 2012 ab 20 Uhr in der Druckerei.

Erster Stammtisch der Piratenpartei

Am Mittwoch, dem 16. Mai 2012 fand ab 20 Uhr der erste Stammtisch der Piratenpartei in Bad Oeynhausen in der Druckerei statt.

Ein transparenter Flummiball mit Logo der Piratenpartei mittendrin liegt auf einer Tastatur

Der Stammtisch wurde nur kurz in einem Protokoll der Mindener Piraten im April und am Montag kurzfristig mit einer Pressemitteilung angekündigt, sowie am Mittwoch klein in Tageszeitungen und wohl auch auf einigen ausgehängten Flyern. Dennoch erschienen 23 (dreiundzwanzig!) Piraten und Interessierte, darunter zwei Frauen. Der zur Verfügung gestellte Raum war fast schon zu klein. Das Durchschnittsalter war höher und die Nerd-Dichte geringer als durch die mediale Berichterstattung über die Piraten erwartet.

Die Piraten kamen, neben wenigen aus Bad Oeynhausen, vor allem aus Minden und vom dortigen Stammtisch und Kreisverband Minden-Lübbecke, aus Hille, Porta Westfalica, Lübbecke, aber auch aus Löhne und dem Kreisverband Herford. Die vielen Interessierten stammten vor allem aus Bad Oeynhausen. Auch zwei Grüne interessierten sich für die Piraten – als lokale Politik- und Blogger-Prominenz war Andreas Edler, Ratsherr der Grünen, anwesend. Der Stammtisch wurde von einem ehemaligen Mitglied der Bürger für Bad Oeynhausen (BBO) organisiert, der die Piratenpartei als zukunftssicherer ansieht als eine kleine lokale Bürgerinitiative.

Nach einer Vorstellungsrunde der Anwesenden und Verteilen von Piratenpartei-Flummibällen erzählte besonders Alexander Jäger, der Direktkandidat der Piratenpartei zur Landtagswahl 2012 im Wahlkreis 89 (Bad Oeynhausen, Minden, Porta Westfalica) war, viel zur Organisation und Arbeit der Piratenpartei im Kreis Minden-Lübbecke.

In der Diskussion wurden von den Interessierten ihre Erwartungen von und Ansprüche an die Piratenpartei ebenso wie mögliche Themen, die lokal, regional oder überregional von Interesse wären, genannt. Es wurde deutlich, daß viele Anwesende nicht vertraut sind mit den Arbeitswerkzeugen und der Art, wie die Piratenpartei Meinungsfindung und Politik betreibt. Textarbeit mit dem Piraten-Wiki, gemeinsame Textarbeit in Echtzeit mit dem Piratenpad, Meinungsbildung und Abstimmung mit Liquid Feedback, Sprachkonferenzen mit Mumble, Diskussionen in Mailinglisten, und so weiter – es besteht viel Erklärungsbedarf. Zukünftig will man hierzu Schulungen, auch im größeren Umkreis, anbieten – sofern sich Piraten finden, die das nötige Wissen haben und neben ihrer normalen Arbeit und der ehrenamtlichen Parteiarbeit dafür Zeit finden. (Dafür wären ein Projektor und funktionierender Internetzugang unbedingt nötig.)

Weiterhin war einigen Teilnehmern nicht bewußt, wo offizielle Aussagen der Piratenpartei wie ein Partei-, Grundsatz- oder Wahlprogramm zu finden sind und was nur Einzelmeinungen von Mitgliedern oder in der Diskussion befindliche Ausarbeitungen von Arbeitsgruppen oder Arbeitskreisen sind. Übrigens: Da den Piraten oft vorgeworfen wird, sie hätten kein Programm, haben sie kurzum mit typischem Piraten- und Internethumor den Domainnamen kein-programm.de registriert, wo man die Programme findet.

In der Diskussion wurde klar, daß die eigentliche politische Arbeit vor allem in Arbeitskreisen gemacht werden muß – und dort aufgrund der räumlichen Entfernung mit den Piratenwerkzeugen im Internet wie Wiki und Mumble –, sie findet nicht so stark auf einer kleinen lokalen Ebene wie einem Stammtisch statt. Für Kommunalpolitik wäre die Gründung eines Ortsverbands (Bad Oeynhausen) nötig, das geht nicht mit einem Stammtisch. Bis ein Ortsverband gegründet ist, müßten kommunale Themen im Kreisverband behandelt werden. Auf den untersten Ebenen sind die Strukturen der Piratenpartei noch im Aufbau, im Kreis Minden-Lübbecke wie im Kreis Herford gibt es erstmal Kreisverbände, noch keine Ortsverbände. Stammtische sind dafür ein Anfang. Auch Junge Piraten – die Jugendorganisation der Piraten – würde man gerne vor Ort sehen, gerade weil so viele Piraten und Interessierte bislang schon etwas älter sind.

Neben der Organisationseinheit Arbeitskreis (AK) gibt es auch noch Arbeitsgruppe (AG) und Projektgruppe (PG). Die Satzung der Piratenpartei NRW gibt dazu – und zu viel mehr Fragen der Organisation und Struktur – Auskunft.

Themen, die einige Teilnehmer des ersten Stammtisches gerne in Zukunft behandeln würden, waren zum Beispiel Arzneimittel- und Drogenpolitik sowie regionale Energieversorgung, Energienetze und die bevorstehende mögliche Rekommunalisierung in Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho. Beim Thema Drogenpolitik wäre ein lokaler Stammtisch oder auch die Ebene des Kreisverbands nicht angemessen, dieses müßte man mindestens auf Landes- oder Bundesebene behandeln. Wohingegen beim Thema der Rekommunalisierung der Energienetze Ortsverbände in Bad Oeynhausen und Löhne zur Diskussion und für Beschlüsse nötig wären, der Kreisverband wäre wahrscheinlich schon eine zu große Struktur.

Beim Beispiel Rekommunalisierung der Energienetze wurde auch angemerkt, daß Bad Oeynhausen oft mehr mit der Nachbarstadt Löhne und dem Kreis Herford verbindet (zur Bundestagswahl wählt Bad Oeynhausen ja auch mit dem Kreis Herford), als mit den Kommunen nördlich des Wiehen- und Wesergebirges im Kreis Minden-Lübbecke (wie zum Beispiel Minden, Hille, Lübbecke, Espelkamp, Rahden, Stemwede, Petershagen).

Gerade die Möglichkeit der Bürgerbeteiliung und direkten Demokratie scheint für viele Menschen einen großen Reiz an der Piratenpartei auszumachen. Bei einigen Teilnehmern meine ich leichte Enttäuschung beobachtet zu haben, daß die Piratenpartei in den unteren Strukturen noch im Aufbau ist und man sich fast alles selbst erarbeiten muß. Selbst bei der Piratenpartei erfordert politische Arbeit viel Einsatz.

Zehn Piraten und ein Hund stehen und sitzen an Tischen vor einer Piratenpartei-Flagge

Zehn Piraten und ein Hund – einige Teilnehmer des ersten Piratenpartei-Stammtisches in Bad Oeynhausen

Bemerkenswert war, daß eine Frau gegen 21.12 Uhr den Raum betrat – also mehr als 70 Minuten nach Beginn des Stammtisches –, fleißig Notizen machte und sich nach einer Weile als Journalistin der Neuen Westfälischen vorstellte. Dann stellte sie noch einige Fragen, machte ein Foto (löblicherweise fragte sie um Erlaubnis, sodaß jeder, der nicht auf ein Foto wollte, auch nicht mußte) und verließ die Runde nach nicht einmal einer Viertelstunde wieder. In der Zeit, in der sie mitschrieb, wurde allein das in den Medien vieldiskutierte Thema »Frauen in der Piratenpartei« behandelt (von denen man natürlich gerne mehr in der Partei hätte). Die vielen anderen Themen und Diskussionen in den 70 Minuten zuvor und der halben bis ganzen Stunde danach hat sie nicht mitbekommen. Mit Spannung wird daher der Bericht der Neuen Westfälischen über den Stammtisch erwartet. Andreas Edler schrieb gleich auf Twitter: »Bin schon auf den Artikel der @nwnews über den Piratenstammtisch gespannt. Presse kam 1 1/2 Stunden zu spät und war nur 10 Minuten da.«

Leider waren Mobilfunknetz wie auch das WLAN der Druckerei im genutzten Raum quasi nicht vorhanden. Dieses wird sich in Zukunft ändern müssen, da ansonsten sicher öfter notwendige Web-Recherche, Online-Diskussionen sowie auch Schulungen zu den Piraten-Werkzeugen im Internet auf den Stammtischen nicht möglich ist.

Zukünftig soll der Stammtisch in Bad Oeynhausen an jedem dritten Mittwoch im Monat in der Druckerei ab 20 Uhr stattfinden; der nächste Termin ist also der 20. Juni 2012. Noch in der Nacht wurde eine Wiki-Seite für den Stammtisch Bad Oeynhausen angelegt, wo man weitere Informationen zum Stammtisch und zu Mitmachmöglichkeiten findet.

Nachtrag vom 2012-05-18: Andreas Edler hat auch sehr ausführlich zum Piratenstammtisch Bad Oeynhausen gebloggt.

Nachtrag vom 2012-05-19: In der Neue Westfälischen, Lokalausgabe Nummer 116 für Bad Oeynhausen, ist am Samstag auf Seite vier der Artikel »Neuer Stammtisch der Piraten« erschienen – leider nicht online. In sechs kurzen Absätzen wird das Treffen recht postitiv beschrieben. Ein Foto ähnlich dem meinigen oben, jedoch auf die fünf Personen in der Mitte zurechtgeschnitten, rundet den Artikel ab.

Nachtrag vom 2012-05-20: Am Sonntag ist der Artikel der Neuen Westfälischen auf deren Website erschienen: Neuer Stammtisch der Piraten.

Nachtrag vom 2012-06-21: Der Piratenstammtisch wurde nicht – wie in einer früheren Version dieses Artikel geschrieben – von einem Mitglied der BBO organisiert, sondern von einem Piraten, der früher Mitglied der BBO war, dort aber vor einiger Zeit ausgetreten ist.